|
|

Pressemitteilung vom 18. November 2003
Ein neuer Luchs am Sender
(luno) In der Nacht vom 16. auf den 17. November ist südlich der
Churfirstenkette im Kanton St. Gallen ein männlicher Luchs eingefangen
und mit einem Senderhalsband ausgerüstet worden. Der Fang erfolgte
an einem gerissenen Reh, von dem die Mitarbeitern des Projektes Luchsumsiedlung
Nordostschweiz LUNO durch eine Privatperson erfahren hatten. Um 23.30
Uhr tauchte der nicht sendermarkierte Luchs auf, der mit einer fliegenden
Spritze aus der Narkosepistole betäubt wurde. Es handelt sich bei
diesem Tier um einen männlichen Luchs im Alter von ca. 18 Monaten.
Das im Raum Alvier lebende Weibchen Baya hatte letztes Jahr zwei Junge
zur Welt gebracht und mindestens eines davon aufgezogen. Ob es sich
bei dem neu besenderten Tier um eines dieser beiden Jungen handelt,
werden nun genetische Analysen zeigen, deren Ergebnisse gegen Ende Jahr
vorliegen sollen.
Nach Auswertung der Fotodokumente hält der Leiter des Moduls Luchsmonitoring,
der Wildtierbiologe Andreas Ryser, fest, dass dieses subadulte Männchen
nicht identisch ist mit einem Luchs, der im vergangenen Frühling
im Bezirk Werdenberg von einem Tierfotografen aus der Region dokumentiert
worden war.
Der Sachverhalt, dass im Raum zwischen Rickenpass, Sargans und Rheintal
nun ein weiteres Männchen unterwegs ist, entschärft die prekäre
Situation auf der Männchenseite. Nachdem Roco bereits 2001 verschwunden
und Vino dieses Jahr gestorben war und Turo sich nach wie vor im Raum
Zürich aufhält, war Odin das letzte angesiedelte männliche
Tier in der noch kleinen Population zwischen Speerkette und Alvier.
Vermutlich wird sich das jetzt gefangene und besenderte junge Männchen,
Nemo, in der kommenden Ranzzeit von Januar bis April 2004 aber noch
nicht fortpflanzen.
Nach wie vor besteht Hoffnung, dass Turo - der Stadtluchs
den Weg nach Osten finden und seine Gene in den Bestand einbringen wird.
Dass dies nicht ausgeschlossen ist, zeigt das Verhalten des Weibchens
Aika, das sich während Monaten in der Albiskette festgesetzt hatte
und nun seit einigen Tagen nach Osten wandert.
Im Zusammenhang mit nicht besenderten Luchsen im Projektgebiet wurde
das Projektteam immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob im Rahmen
des Projektes LUNO in der Nordostschweiz zusätzliche, unbesenderte,
Luchse freigesetzt worden seien. Die Projektleitung von LUNO hält
fest, dass ausschliesslich die 9 bekannten Tiere (2001: Aura, Baya,
Nura, Odin, Roco, Vino; 2003: Aika, Ajla, Turo) umgesiedelt worden sind.
Weitere Auskünfte erteilen:
- Dr. Klaus Robin; LUNO, Projektkoordinator und Beauftragter für
Öffentlichkeitsarbeit;
- 055 285 30 50; 079 354 23 73
- Andreas Ryser, Modulleiter Luchs im Projekt LUNO; 031 951 70 40; 079
350 87 73
- Guido Ackermann; Leiter a.i. des Amtes für Jagd und Fischerei
St. Gallen; 071 229 32 87
- Dr. Hans-Jörg Blankenhorn, eidgenössischer Jagdinspektor,
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL; 031 324 78 32
|
(1.4
MB)
infoLUNO
(85KB)
LUNO-Faltblatt
(448KB)
Luchs &
Tourismus
info@luno.ch
|