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Pressemitteilung vom 18. November 2003

Ein neuer Luchs am Sender

(luno) In der Nacht vom 16. auf den 17. November ist südlich der Churfirstenkette im Kanton St. Gallen ein männlicher Luchs eingefangen und mit einem Senderhalsband ausgerüstet worden. Der Fang erfolgte an einem gerissenen Reh, von dem die Mitarbeitern des Projektes Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO durch eine Privatperson erfahren hatten. Um 23.30 Uhr tauchte der nicht sendermarkierte Luchs auf, der mit einer fliegenden Spritze aus der Narkosepistole betäubt wurde. Es handelt sich bei diesem Tier um einen männlichen Luchs im Alter von ca. 18 Monaten. Das im Raum Alvier lebende Weibchen Baya hatte letztes Jahr zwei Junge zur Welt gebracht und mindestens eines davon aufgezogen. Ob es sich bei dem neu besenderten Tier um eines dieser beiden Jungen handelt, werden nun genetische Analysen zeigen, deren Ergebnisse gegen Ende Jahr vorliegen sollen.

Nach Auswertung der Fotodokumente hält der Leiter des Moduls Luchsmonitoring, der Wildtierbiologe Andreas Ryser, fest, dass dieses subadulte Männchen nicht identisch ist mit einem Luchs, der im vergangenen Frühling im Bezirk Werdenberg von einem Tierfotografen aus der Region dokumentiert worden war.

Der Sachverhalt, dass im Raum zwischen Rickenpass, Sargans und Rheintal nun ein weiteres Männchen unterwegs ist, entschärft die prekäre Situation auf der Männchenseite. Nachdem Roco bereits 2001 verschwunden und Vino dieses Jahr gestorben war und Turo sich nach wie vor im Raum Zürich aufhält, war Odin das letzte angesiedelte männliche Tier in der noch kleinen Population zwischen Speerkette und Alvier. Vermutlich wird sich das jetzt gefangene und besenderte junge Männchen, Nemo, in der kommenden Ranzzeit von Januar bis April 2004 aber noch nicht fortpflanzen.

Nach wie vor besteht Hoffnung, dass „Turo - der Stadtluchs“ den Weg nach Osten finden und seine Gene in den Bestand einbringen wird. Dass dies nicht ausgeschlossen ist, zeigt das Verhalten des Weibchens Aika, das sich während Monaten in der Albiskette festgesetzt hatte und nun seit einigen Tagen nach Osten wandert.

Im Zusammenhang mit nicht besenderten Luchsen im Projektgebiet wurde das Projektteam immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob im Rahmen des Projektes LUNO in der Nordostschweiz zusätzliche, unbesenderte, Luchse freigesetzt worden seien. Die Projektleitung von LUNO hält fest, dass ausschliesslich die 9 bekannten Tiere (2001: Aura, Baya, Nura, Odin, Roco, Vino; 2003: Aika, Ajla, Turo) umgesiedelt worden sind.

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Pressemitteilung vom 13. November 2003

Das Projekt Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO wird in reduziertem Umfang fortgesetzt.

(luno) In Weinfelden/TG tagte gestern der Strategische Lenkungsausschuss des Projektes Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO, dem die für die Jagd zuständigen Regierungsräte der beteiligten Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen, Thurgau und Zürich sowie der Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft angehören. Der Ausschuss nahm vom Bericht über den bisherigen Verlauf des Projektes und seiner Kommunikation in zustimmendem Sinn Kenntnis.
Eine Mehrheit des Ausschusses hat beschlossen, das Projekt LUNO in modifizierter und finanziell wesentlich reduzierter Form für eine beschränkte Zeitdauer weiterzuführen. Die entsprechenden Vertragsverhandlungen zwischen dem Bund und den Kantonen sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Zu den Details folgen weitere Informationen nach Abschluss des Folgevertrags.

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23. Oktober 2003 / LUNO/KORA

Datenauswertung läuft

Während es um das Projekt LUNO in medialer Hinsicht eher ruhig ist, läuft hinter den Kulissen die Auswertung der erhobenen Daten auf Hochtouren. Die dabei gewonnenen Resultate werden dem strategischen Lenkungsausschuss als Entscheidunsgrundlage vorgelegt und bis Mitte nächsten Jahres in einem Synthesebericht zusammengefasst.

Auch NURA hat Nachwuchs

Nachdem im Frühjahr dieses Jahres bereits BAYA zwei Junge bekommen hatte (vgl. Meldung vom 18. Juli 2003), ist nun auch NURA mit Nachwuchs gesehen worden. Der Wildtierbiologe Mark Struch beobachtete am 28.8.03 östlich der Speerkette einen Luchs mit Halsbandsender in Begleitung eines Jungtieres. Informiert vom Beobachter überprüfte der LUNO-KORA-Mitarbeiter Christian Willisch die Beobachtung im Feld und stellte fest, dass von diesem Luchs keine Peilsignale zu empfangen waren. Damit stand fest, dass es sich um NURA handeln musste, da sie das einzige Luchsweibchen im Gebiet ist, deren Halsbandsender ausgefallen ist. BAYA hat schon im vergangenen Jahr zwei Jungluchse aufgezogen, während es für NURA der erste Nachweis für Nachwuchs ist.
Für BAYAs diesjährigen Wurf konnte mittels Genanalysen ODIN zweifelsfrei als Vater ermittelt werden.

"Zürcher" Luchse weiterhin stationär

Die beiden Luchse AIKA und TURO, die das engere LUNO-Projektgebiet bald nach ihrer Freilassung am Tössstock im März dieses Jahres verlassen haben, halten sich nach wie vor im Grossraum Zürich auf. AIKA verweilt seit Monaten in einem Streifgebiet in der Albiskette, TURO "bewohnt" weiterhin den Zürichberg, wobei er in letzter Zeit einige kleine Ausflüge in die Umgebung unternommen hat. Dies könnte darauf hin deuten, dass der Luchskuder sich im Hinblick auf die im Winter beginnende Paarungszeit wieder auf eine grossräumige Wanderschaft begeben wird. Die Tochter von AIKA, AYLA, die ebenfalls im Jahr 2003 am Tössstock freigesetzt worden war, bleibt seit Monaten ihrem Streifgebiet im St. Galler Rheintal treu.

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18. Juli 2003 / LUNO/KORA

AYLA erhielt ein neues Senderhalsband

Kürzlich erhielt die Luchsin AYLA ein neues Senderhalsband. Die Massnahme war nötig geworden, weil beim früheren Sender ein technischer Defekt aufgetreten war und die Gefahr bestand, dass er innerhalb von zwei Wochen verstummen würde.
Das Tier wurde im St. Galler Rheintal mit Hilfe von Schlingenfallen an einem erbeuteten Reh gefangen, narkotisiert, vermessen und gewogen. Die im Jahr 2002 geborene Luchsin, die sich noch im Wachstum befindet, war in ihrem Allgemeinzustand normal; sie hat seit der Freisetzung etwas zugenommen. Sie hat sich in der Nacht nach der Neubesenderung räumlich verschoben, was ein Hinweis darauf ist, dass sie den Wechsel des Senders unbeschadet überstanden hat.

(© 2003, Kuno v. Wattenwyl/LUNO-KORA)

 

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18. Juli 2003 / LUNO/KORA

BAYA zieht erneut zwei Junge auf.

Was sich bereits im Mai abgezeichnet hat, ist seit dem 20. Juni 2003 belegt. Das Weibchen BAYA hat in ihrem angestammten Territorium auch in diesem Jahr zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Vater dieser Jungluchse dürfte der in der gleichen Region lebende ODIN sein; doch wird dies erst durch die genetischen Analysen belegt werden können. Die Mitarbeiter von LUNO-KORA haben den Nachwuchs am 20. Juni aufgesucht, vermessen, gewogen und mit einer winzigen Ohrmarke und einem reiskorngrossen Mikrochip markiert. Die Jungen wogen ungefähr 1300 Gramm und waren in ihrer Entwicklung normal fortgeschritten. Ihnen wurden einige Tropfen Blut entnommen, mit denen der genetische Fingerprint erstellt wird, aus dem sich die Vaterschaft zweifelsfrei ableiten lässt.
Die Mutter BAYA behielt während der ganzen Prozedur die Wurfhöhle unter Kontrolle.

Nach Abschluss der Markierung hat die Luchsin ihre Jungen erwartungsgemäss wieder angenommen, ist dann umgezogen und zieht sie nun in einem anderen Versteck auf.


(© 2003, Andreas Ryser/LUNO-KORA)

 

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Pressemitteilung vom 13. Juni 2003

Luchs VINO tot; zwei Luchse noch immer im Grossraum Zürich; ein Unbekannter taucht auf.

Luchs VINO ist am 21. oder 22. Mai 2003 eines natürlichen Todes gestorben. Die am Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern durchgeführte Sektion ergab, dass das Tier an den Folgen einer Herzerkrankung verendet ist. Explizit ausgeschlossen wird der Tod durch menschlichen Einfluss. - Von den drei am 24. März 2003 freigesetzten Luchsen halten sich nach wie vor zwei, TURO und AIKA, im Grossraum Zürich auf. Das Weibchen AYLA lebt zur Zeit im St. Galler Rheintal. - Im Bezirk Werdenberg taucht ein unbesenderter Luchs auf.

(luno) Am 22. Mai 2003 fanden die beiden Luchsforscher Kuno von Wattenwyl und Christian Willisch das Luchs-männchen VINO auf dem Gemeindegebiet von Amden tot im Gelände. Das Tier war am Nachmittag des 21. Mai noch lebend beobachtet worden und starb demnach bis zur Entdeckung des verendeten Tieres am darauffolgen-den Tag. Der Tierkörper wurde von Mitarbeitern von LUNO-KORA ins Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) des Institutes für Tierpathologie der Universität Bern gebracht. Die von den beiden Tierärztinnen Marie-Pierre Ryser und Nadia Robert durchgeführte Sektion und die nachfolgenden Detailuntersuchungen haben einige Zeit in Anspruch genommen.

Die Hauptergebnisse:

1. Menschlicher Einfluss ist als Todesursache eindeutig auszuschliessen.
2. VINO ist an den Folgen einer Herzerkrankung gestorben.

Bereits bei der Überprüfung des Gesundheitszustandes von VINO im Jahr 2001, die jeder der umgesiedelten Luchse über sich hat ergehen lassen müssen, war ein von der Norm abweichendes Herzgeräusch festgestellt worden. Noch im März dieses Jahres konnte auf einem fotografischen Dokument keine äusserlich sichtbare Auf-fälligkeit festgestellt werden. Hingegen wurde anlässlich der Neubesenderung des Tieres am 14. April 2003 klar, dass bei VINO Gewebeflüssigkeit in die Bauchhöhle ausgetreten war, was schon damals als deutlichen Hinweis auf eine Herzschwäche interpretiert wurde.
Der Ausfall des Luchses VINO ist ein gewichtiger Verlust im Rahmen des Projektes LUNO. Nachdem bereits das Männchen ROCO seit dem 29.8.2001 unauffindbar ist und aufgrund des Verhaltens der Nachbartiere nicht mehr in seinem früheren Territorium im Raum Alvier lebt, reduziert sich die Zahl der dem Projekt noch zu Verfügung stehenden Männchen auf sicher zwei. ODIN lebt, auch wenn dessen Halsbandsender zur Zeit nicht aktiv ist, noch immer im früheren Lebensraum von ROCO im Werdenbergischen und in den östlichen Churfirsten. Das andere erwachsene Männchen, TURO, hält sich nach wie vor in den Wäldern der Stadt Zürich auf. Ob es zum bereits etablierten Bestand im Osten Anschluss suchen wird, ist noch offen. Nicht bekannt ist zudem, ob eines oder beide der letztjährigen Jungtiere von BAYA überlebt haben und welchen Geschlechts sie sind.
Die im Jahr 2001 freigesetzten Weibchen AURA, NURA und BAYA halten sich, soweit bekannt, in den bisherigen Streifgebieten auf.
Das ältere der beiden 2003 umgesiedelten Weibchen, AIKA, hat die Wälder der Albiskette im Süden der Stadt Zürich seit rund einem Monat nicht verlassen. Ihre mutmassliche Tochter AYLA durchquerte auf der Suche nach einem eigenen Lebensraum die Territorien aller Weibchen zwischen Rickenpass und Sargans und lebt heute an den östlichen Ausläufern des Alpsteinmassivs.
Im April 2003 ist im Raum Werdenberg ein Luchs ohne Senderhalsband fotografiert worden. Zur Zeit ungeklärt ist die Frage, ob es sich bei diesem Tier um ein Jungtier von Baya oder um einen bisher unbekannten Luchs handelt. Die erforderlichen Abklärungen laufen.


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8. 5. 2003/BUWAL-SCALP

Internationalen Konferenz über den Luchs im Alpenraum

In Amden SG haben Anfang Mai 77 Regierungsvertreter, Experten und Jäger aus 9 Ländern während dreier Tage über die aktuelle Situation und die Zukunft des Luchses in den Alpen diskutiert.

Die zweite internationale Luchskonferenz, die von der Expertengruppe SCALP (Status and Conservation of the Alpine Lynx Population - Status und Schutz des Luchsbestandes in den Alpen) einberufen worden war, beurteilt den Status des Luchses in den Alpen weiterhin als kritisch. Die Art kommt nur in kleinen isolierten und instabilen Populationen vor. So verschwanden in Italien in den vergangenen Jahren verschiedene Vorkommen, und aus Österreich sind nur Einzeltiere bekannt. Der Bestand in der Schweiz hält sich auf dem Niveau der späten 1990-er Jahre und wird auf ca. 70 Tiere in den Alpen und 20-30 Tiere im Jura geschätzt. In einzelne Regionen sind Luchse eingewandert oder wurden umgesiedelt (Projekt LUNO).

Die Schweiz verfügt mit dem Konzept Luchs Schweiz als einziges Alpenland über einen Aktionsplan. Den übrigen Alpenländern wird empfohlen, ähnliche Management-Konzepte zu entwickeln. Dringend erwünscht sind zudem Machbarkeitstudien für die Wiederansiedlung von Luchsen, denn die natürliche Wiederbesiedelung kommt aufgrund der starken Zerschneidung (Fragmentierung) des Alpenraums (Strassen, Siedlungen etc.) sowie der starken Bindung der Luchse an ihre angestammten Territorien nur sehr langsam voran. Auch der Kampf gegen die illegalen Tötungen von Luchsen, welche die kleinen Vorkommen gefährden können, soll in allen beteiligten Ländern verstärkt werden. Die Teilnehmer von SCALP empfehlen dennoch, die verschiedenen Interessengruppen künftig noch vermehrt einzubinden. Um diesen Massnahmen zum Durchbruch zu verhelfen, ist die internationale Zusammenarbeit und Koordination zu verbessern.

Die Adressaten der Empfehlungen sind die Vertragsstaaten der Berner Konvention, die an ihrer Jahressitzung im kommenden Dezember darüber beraten und beschliessen werden.

Eladio Fernandez-Galiano Ruiz, der Sekretär des Ständigen Ausschusses der Konvention von Bern, zeigte sich hoch erfreut über die Ergebnisse und Empfehlungen. Er ist, gemeinsam mit der Organisatorin der Konferenz, der Schweizer Wildtierbiologin Anja Molinari-Jobin, davon überzeugt, dass die Umsetzung der Empfehlungen ein wichtiger Schritt ist, um den Luchs in Alpenraum zu erhalten und zu fördern.

Mit einer Exkursion in den südlichen Teil des Luchsumsiedlungsgebietes in der Nordostschweiz im Raum Amden geht die Tagung heute Freitag zu Ende.


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22.4.2003/LUNO

Die drei Jura-Luchse auf Wanderschaft

(luno) Rund einen Monat nach der Freisetzung von drei Luchsen im zürcherisch-st. gallischen Schon-gebiet Tössstock hält sich keines der Tiere mehr in diesem Raum auf. Sie sind abgewandert.
TURO war am 26. Januar ein erstes Mal im Hinterthurgau in die Natur entlassen worden. Er hatte sich damals in Richtung Schwarzwald abgesetzt. Im Kanton Schaffhausen, wenige hundert Meter von der Grenze zu Deutschland entfernt, fingen ihn die Spezialisten von LUNO-KORA wieder ein. Im Tössstock-Gebiet wurde er dann ein zweites Mal ausgesetzt. Nach zwei Wochen verliess TURO diesen Raum, wanderte Richtung Nordwesten bis in die Agglomeration Zürich und überwand unbeschadet Nationalstrassen, Autobahnein- und -ausfahrten und stark befahrene Kantonsstrassen. Er durchquerte besiedelten Raum im Norden und Osten der Stadt Zürich und verschob sich dann entlang der Pfannenstielkette im Norden des Zürichsees bis nach Wurmsbach/Jona im Kanton St. Gallen. Dort kehrte er um und hält sich nun wieder in den Wäldern der Pfannenstielkette auf.
AIKA, das ältere der beiden Weibchen, das am 25. Februar im Raum Moutier gefangen worden war, blieb einige Tage länger im Tössstockgebiet, verliess das Gebiet in Richtung Südosten und durchwanderte den Raum Speer und damit den westlichen Teil des etablierten Luchsbestandes. In der Nacht vom 15. auf den 16. April überquerte sie die Linthebene, tangierte den Kanton Glarus an seiner nordwestlichen Ecke und wanderte durch den Nordteil des Kantons Schwyz. Ihr Weg führte weiter in nordwestlicher Richtung entlang der Albiskette. Aktuell hält sie sich am Mutschellen auf.
Das jüngere Weibchen AYLA, das am 27. Februar in die Falle gegangen war, verliess das Tössstockgebiet zuletzt und machte sich auf den Weg nach Südosten. Sie hält sich am Westrand des Lebensraumes des bisherigen Bestandes auf.
Alle drei Luchse haben seit der Aussetzung vor einem Monat mehrfach Beute geschlagen.
Das Verhalten der beiden erwachsenen Luchse weist darauf hin, dass sie einen Weg suchen, der sie zurück in ihr Herkunftsgebiet führt, ein Verhalten, das mit "Homing" bezeichnet wird. Dieser Weg ist mit zahlreichen Hindernissen versehen, welche die beiden Wanderer bisher unbeschadet überwunden haben. Ob sie dort ankommen werden, kann heute nicht vorausgesagt werden.



Karte: LUNO-KORA-GIS

Von den übrigen Tieren des Projektes LUNO gibt es folgende Neuigkeiten:
NURA, deren Sender seit nunmehr 14 Monaten nicht mehr funktioniert, ist mit einer Fotofallen-Aufnahme in ihrem bisherigen Territorium nachgewiesen worden.
Der Sender von VINO, der schwächer geworden war, konnte ausgewechselt werden.


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25.3.2003/LUNO

Drei Jura-Luchse im zürcherisch-st. gallischen Schongebiet Tössstock frei gesetzt.

Am vergangenen Montag, 24. März 2003, sind im Rahmen des Wiederansiedlungsprojektes LUNO im gemeinsamen zürcherisch-st. gallischen Schongebiet Tössstock auf St. Galler Boden zunächst ein Weibchen und ein Jungtier und anschliessend im Zürcher Teil der Kuder (Luchsmännchen) TURO freigesetzt worden.
TURO war am 20. Januar 2003 bei Belprahon im Amtsbezirk Moutier gefangen und am 26. Januar ein erstes Mal im Hinterthurgau in die Natur entlassen worden. Er verblieb vorerst einige Zeit im Bereich des Aussetzungsortes und war dann auf der Suche nach Weibchen zuerst ins Tösstal und von dort in den Kanton Schaffhausen gewandert. Dazu musste er verschiedene Hindernisse wie Autobahn, Eisenbahn und den Rhein überwinden, was ihm unverletzt geglückt ist. In der Nähe der Grenze zu Deutschland war er in der Nacht vom 7. auf den 8. März wieder eingefangen worden. Nach Mitteilung der zuständigen Behörden von Baden-Württemberg wäre TURO im Schwarzwald in einen luchsleeren Raum vorgedrungen. Mit dem Wiedereinfang konnte sichergestellt werden, dass dieses aus dem Jura stammende Männchen, welches sich von den bisher frei gelassenen Tieren aus den Nordwestalpen gene-tisch unterscheidet und deshalb besonders bedeutsam ist, dem Wiederansiedlungsprojekt LUNO in der Nordostschweiz erhalten bleibt.
Kurz vor TURO haben die beiden Luchsinnen AIKA und AYLA den Sprung in die Natur vollzogen. Sie waren am 25. und 27. Februar 2003 im Raum Moutier nacheinander in der gleichen Falle gefangen worden. Es handelt sich vermutlich um Mutter und Tochter, was durch genetische Analysen noch zu bestätigen ist. Der natürliche Vorgang der Ablösung, während dem die engen sozialen Bindungen der Jungtiere des Vorjahres zur Mutter aufbrechen, läuft gerade jetzt, so dass die beiden Luchse bald ihre eigenen Wege gehen werden. Da das Jungtier AYLA sich noch nicht an der Fortpflanzung beteiligen wird, besteht zur Zeit kein Risiko, dass Mutter und Tochter vom gleichen Männchen trächtig werden.
Mit der Freisetzung der drei Jura-Luchse ist der Beschluss des Strategischen Lenkungsausschusses vom 17. Januar 2002, im Winter 2002/2003 weitere 2 - 3 Luchse, vorzugsweise aus dem Jura, freizusetzen, operativ ausgeführt. Mit insgesamt 9 umgesiedelten Luchsen ist auch die in der Projektplanung vorgesehene Zahl von 8 - 12 Tieren vorerst erreicht.
Bis zum Ende der ersten Projektphase werden die umgesiedelten Luchse mittels Telemetrie weiterhin überwacht, ausserdem die Wildbestände nach einer vereinheitlichten Methode erfasst, die Erhebungen am Auerhuhn fortgeführt und Veränderungen der Wildverbisssituation analysiert.
Die Ergebnisse des Projektes LUNO werden Ende Jahr vorliegen.

 

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10.3.2003/LUNO

TURO ist wieder eingefangen

Der Luchs TURO, der in den Tagen zuvor auf der Suche nach Weibchen aus dem Tösstal bis in den Kanton Schaffhausen gewandert war, ist in der Nacht vom 7. auf den 8. März wieder eingefangen worden. Andreas Ryser, Kuno von Wattenwyl und Christian Willisch haben TURO an einem Riss narkotisiert. Der Fang verlief ohne Zwischenfälle. Das Tier befindet sich zur Zeit in der Quarantäne.
Bereits vor einem Jahr hat der Lenkungsausschuss des Projektes LUNO beschlossen, im Winter 2002/2003 weitere zwei bis drei Luchse in die Nordostschweiz umzusiedeln. Aus genetischen Überlegungen sollen diese Tiere nicht wie die im Jahr 2001 umgesiedelten Luchse aus den Alpen stammen, sondern dem Jurabestand entnommen werden.
TURO ist neben zwei weiblichen Luchsen das einzige im Jura gefangene Männchen.
Damit sein genetischer Einfluss nicht wirkungslos bleibt, ist er nun wiedergefangen worden und wird in die Nordostschweiz zurückgebracht. Über Zeitpunkt und Ort seiner zweiten Freisetzung ist noch nicht entschieden worden.
Gemäss Aussagen der zuständigen Behörden von Baden-Würtemberg wäre TURO im Schwarzwald durchaus willkommen gewesen, hätte dort aber als Einsiedler leben müssen und seine Gene in der Nordostschweiz nicht einbringen können.

TUROs Wanderung nach seiner ersten Aussetzung im Kanton Thurgau in der Nähe von Wil (LUNO-KORA-GIS)

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5. März 2003/LUNO

Fangaktionen 2003

TURO

Am Montag, 20. Januar 2003 wurde in Belprahon, Amtsbezirk Moutier im Berner Jura das Luchsmännchen TURO gefangen. Am 26. Januar 2003 ist TURO im Hinterthurgau in die Natur entlassen worden.

AIKA

Am Montag, 25. Februar 2003, konnte in der Gemeinde Roches, im Amtsbezirk Moutier, Kanton Bern, ein zweiter Luchs mit einer Kastenfalle eingefangen werden. Es handelt sich um ein adultes, älteres Luchsweibchen. Das Tier befindet sich jetzt in Quarantäne.

Unbenannt

Am Donnerstag, 27. Februar 2003 wurde ein weiterer Luchs mit einer Kastenfalle eingefangen. Es handelt sich um ein im Jahr 2002 geborenes Jungtier, offensichtlich die Tochter von AIKA, die zwei Tage zuvor am gleichen Ort eingefangen wurde (Gde. Roches, Amtsbezirk Moutier). Das Tier befindet sich ebenfalls in Quarantäne.

 

5. März 2003/KORA

Turo auf dem Weg nach Norden

Urs Breitenmoser

Das Luchsmännchen Turo, das am 26. Januar im Hinterthurgau freigelassen wurde, ist nach Norden abgewandert und hält sich gegenwärtig im Kanton Schaffhausen auf. Auf der Suche nach Anschluss an Artgenossen hat Turo die "falsche" Richtung gewählt und dabei die Ebene der Thur durchquert. Mehrere Wochen blieb Turo, der aus dem Jura in die Ostschweiz umgesiedelt wurde, in der Nähe des Aussetzungsortes. Mit dem Näherrücken der Paarungszeit (Februar - April) begann er wie erwartet Wanderungen zu machen. Dabei stiess er zunächst nach Nordwesten Richtung Winterthur vor. Überraschenderweise überquerte er in der Nacht auf den 1. März die A1 in einem Wald östlich von Winterthur. Am Sonntag konnte Turo nicht gefunden werden. Am Montag Nachmittag wurde er wieder aufgespürt - im Kanton Schaffhausen. Offenbar war Turo rasch weitergewandert und hat dabei die Ebene der Thur und ebenso den Rhein überquert, bis er im südlichen Kanton Schaffhausen wieder auf grössere Waldungen stiess.

Es besteht nun die Möglichkeit, dass Turo nach Deutschland abwandert, wo er keinen Anschluss an andere Luchse finden wird. Falls möglich, soll er deshalb nochmals eingefangen und ins Ansiedlungsgebiet der Nordostschweiz zurückgebracht werden, dabei aber gleichzeitig oder kurz nach der Umsiedlung der zwei Weibchen freigelassen werden, die noch aus dem Jura in die Ostschweiz gebracht werden sollen. Diese beiden Weibchen wurden zwischen dem 25. und 27. Februar 2003 hintereinander in der gleichen Kastenfalle gefangen.

Weibchen sind im allgemeinen standorttreuer, während Männchen auf der Suche nach Partnerinnen vor allem im Frühjahr weite Streifzüge unternehmen. Die Anwesenheit von Turo im Wiederansiedlungsgebiet ist vor allem aus genetischen Gründen wichtig, damit auch ein Männchen aus dem Jura an der Gründung der Nordostschweizer Population beteiligt ist.

 

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11. Februar 2003

TURO's bisherige Aufenthaltsorte (Stand 10.2.03)

TURO's Aufenthaltsorte
(Abb. © 2003 LUNO-GIS)

Wo befindet sich TURO jetzt?

Der am 26. Januar 2003 im Hinterthurgau freigelassene LUNO-Luchs TURO hält sich nach wie vor in der näheren Umgebung seines Aussetzungsort auf. Grössere Wanderungen blieben bislang aus. Das dürfte sich aber ändern, wenn TURO sich auf die Suche nach einem Weibchen macht. Die Paarungszeit ("Ranzzeit") dauert in der Regel von Februar bis April.

 

Regierungsrat Claudius Graf-Schelling (TG) entlässt TURO in die Natur (© 2003 LUNO/Klaus Robin) TURO nimmt einen Satz in die wiedergewonnene Freiheit. (© 2003 LUNO/Klaus Robin)

Regierungsrat Claudius Graf-Schelling (TG) entlässt TURO am 26. Januar 2003 zurück in die Natur.
(© 2003 LUNO/Klaus Robin)

 

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11. Februar 2003

Regierung St. Gallen beantwortet Interpellation Steiner-Kaltbrunn

Der Regierungsrat des Kantons St. Gallen hat am 28. Januar 2003 auf die Interpellation Steiner-Kaltbrunn vom 27. November 2002 schriftlich geantwortet. In der Anlage finden Sie diese Antwort zusammen mit dem Wortlaut der Interpellation als PDF-Dokument [59kb].

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29. Januar 2003

Luchsfreilassung im Kanton Thurgau

LUNO-Luchs TURO (© 2003, Marie-Pierre Ryser/KORA)

TURO wurde am Sonntag, den 26. Jan 2003 im Thurgau freigelassen.
(© 2003, Marie-Pierre Ryser/KORA)



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