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Aktuelle Informationen aus dem LUNO-Projekt finden Sie ab sofort auf der
KORA Homepage unter KORA-News.
25.11.2008
Gute Voraussetzungen für langfristiges Überleben der Luchse in der Nordostschweiz
Medienmitteilung des Projekts LUNO
9.10.2007
Projektbericht LUNO 2004 bis 2006
Der 8-seitige Bericht steht als PDF-File zur Verfügung.
10.09.2007
Weitere Luchse für die Nordostschweiz
Am 6. September 2007 haben die Kantone St. Gallen, Zürich, die beiden Appenzell und Thurgau sowie das Bundesamt für Umwelt BAFU beschlossen, im kommenden Frühjahr erneut ein oder zwei Luchse in die Nordostschweiz umzusiedeln. Die genaue Anzahl wird nach einer Bestandes-Analyse im Winter festgelegt. Mit dieser Massnahme soll der Luchsbestand in der Nordostschweiz längerfristig stabilisiert werden. Das Projekt Luchsumsiedlung Nordostschweiz wird Ende 2009 abgeschlossen.
Weitere Informationen siehe Medienmitteilung des BAFU: PDF
01.05.2007
Luchspaar im Kanton Thurgau freigelassen
Bern, 01.05.2007 - Medienmitteilung des Projekts Luchsumsiedlung Nordostschweiz: Am Montag, 30. April 2007, wurde im Hinterthurgau im Rahmen des Luchsumsiedlungsprojekts Nordostschweiz LUNO ein Luchspaar freigelassen. Die beiden Luchse sollen helfen, die seit 2001 wieder angesiedelte Luchspopulation in der Nordostschweiz zu stützen.
Das Luchspaar wurde im Hinterthurgau (TG) nach einer mehrwöchigen Quarantäne freigelassen. Das Weibchen (NOIA) wurde am 2. April 2007 in einer Kastenfalle in der Nähe von Ollon (Waadtländer Alpen) gefangen. Eine Woche später, am Ostermontag, ging ein Männchen (WERO) ebenfalls in eine Kastenfalle in der Nähe von Welschenrohr im Solothurner Jura. Die beiden Tiere werden mit Hilfe eines GPS-Halsbandsenders überwacht. Die Umsiedlung erfolgt im Rahmen des Projektes Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO.
Weitere Umsiedlungen notwendig
Die Kantone Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen, Thurgau und Zürich sowie der Bund (Bundesamt für Umwelt BAFU) tragen seit 2001 gemeinsam das Luchsumsiedlungsprojekt LUNO. Die Überwachung des neu gegründeten Luchsbestandes zeigte, dass sich zwar einzelne der neun bisher umgesiedelten Luchse noch in der Nordostschweiz aufhalten und sich auch fortpflanzen, aber eine mittelfristig überlebensfähige Luchspopulation noch auf wackligen Füssen steht. Daher haben im letzten Herbst die zuständigen Regierungsräte der beteiligten Kantone und die Direktion des BAFU beschlossen, im Frühjahr 2007 ein Luchspaar und 2008 ein bis zwei weitere Luchse in die Nordostschweiz umzusiedeln.
Optimale genetische Durchmischung
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Luchse aus dem Jura genetisch deutlich von ihren Artgenossen aus den Nordwestalpen unterscheiden und eine natürliche Vermischung zwischen den beiden Populationen kaum stattfindet. Nachdem 2001 sechs Luchse aus den Nordwestalpen (je drei Weibchen und Männchen) und 2003 drei weitere Tiere (zwei Weibchen, ein Männchen) aus dem Jura umgesiedelt wurden, ist mit der gestrigen Freilassung von je einem Luchs aus den beiden Populationen ein wichtiger Schritt für die weitere Vergrösserung der genetischen Basis in der Nordostschweiz gemacht worden.
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19.02.2007/LUNO
Projekt LUNO2 Jahresbericht 2006
Klaus Robin und Andreas Ryser

18.12.2006/LUNO
Entwicklung der Wildwiederkäuer im Luchsverbreitungsgebiet
NordostSchweiz
Um die Entwicklung von Reh und Gämse im Grossraubtierkompartiment
2 / Nordostschweiz unter dem Einfluss des Luchses abzuschätzen,
wurden in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden,
St. Gallen und Zürich die Strecken analysiert. Regional und
überregional kam es in Luchslebensräumen verbreitet
zu einem mittelgradigen und in zwei Wildräumen (revierübergreifende
Landschaftsräume) zu einem grossen Rückgang des Ertrags.
Eine angemessene jagdliche Nutzung des Wildes ist jedoch weiterhin
möglich.
Auf der Basis von Daten aus dem Modul Luchsmonitoring wurde die
Entwicklung der Luchsbelegung aufgezeigt und mit den Informationen
aus den Jagdstatistiken der kantonalen Amtsstellen die Streckenentwicklung
analysiert. Untersucht wurden jene Kantone der Nordostschweiz,
in denen Luchse sich über mehrere Monate hinweg niedergelassen
hatten und somit resident geworden waren: Appenzell Innerrhoden,
Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Zürich. Analysiert
wurden in erster Linie so genannte Wildräume, die aus ganzen
Kantonen (AI und AR) oder dem Zusammenschluss mehrerer Reviere
bestanden.
Um die Chronologie der Nutzung der verschiedenen Wildräume
durch den Luchs darzustellen, kam ein vereinfachtes Habitatmodell
zur Anwendung. Damit wurden die beiden Phasen LUNO1 und LUNO2,
in denen sehr unterschiedlich intensiv gearbeitet werden konnte,
zu einem Kontinuum zusammengefügt.
Im Anschluss an die Erstbesiedlung des Raums Speer-Churfirsten-Alpstein
im Jahr 2001 dehnte sich der vom Luchs begangene Lebensraum nach
der Zweitaussetzung 2003 vorerst aus, u. a. auch in marginale
Gebiete wie Pfannenstiel und Albis. Später jedoch schrumpfte
der besiedelte Raum deutlich, und der Ostrand des Vorkommens und
die marginalen Gebiete blieben ohne Luchsnachweise. Das Schwergewicht
lag zum Ende des Winters 2005/2006 im Raum Tössstock-Speerkette
(Wildräume ZH1, SG-2 und SG-4).
In der Analyse der Jagdstrecken zeigte sich, dass es in vom Luchs
besiedelten Gebieten zu Streckenreduktionen gekommen war. In mehreren
Wildräumen lag dieser Rückgang im mittleren Bereich
(11-30%), in zwei Wildräumen war er gross (Reh: max. 44%,
WR SG-2/Speergebiet; Gämse: max.37%, WR SG-1b/Raum Alvier).
Grosse Abweichungen von den langjährigen Abschuss-Mittelwerten
kamen in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden
durch Managementscheide zustande und wurden deshalb nicht näher
analysiert.
Mittelgradige Abweichungen von den langjährigen Mittelwerten
gab es auch in nicht vom Luchs betroffenen Gebieten (Reh: WR SG-10/Fürstenland
; Gämse: SG-11/St. Galler Oberland ).
Auf Revierebene waren die Abweichungen vom langjährigen Mittel
der Jagdstrecken teilweise erheblich und erreichten bis zu zwei
Dritteln.
Zusammengefasst: Regional und überregional kam es verbreitet
zu mittelgradigen und in zwei Wildräumen zu grossen Reduktionen
der Jagdstrecken. Im lokalen Rahmen können die Jagdstrecken
erheblich zurückgehen. Dennoch ist eine angemessene jagdliche
Nutzung des Wildes weiterhin möglich, und die Ungulatenbestände
sind regional und überregional nicht akut gefährdet.
----------------------------------
Die Analyse erfolgte im Auftrag des BAFU, Sektion Jagd, Wildtiere
und Waldbiodiversität, an der Fachstelle für Wildtier-
und Landschaftsmanagement WILMA und der Fachstelle für Geoinformatik
der Hochschule Wädenswil HSW, zuhanden der Operativen Leitung
des Projektes Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO.
----------------------------------
Auskünfte
Dr. Reinhard Schnidrig, Chef Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität,
BAFU,Tel. 031 323 03 07
----------------------------------
Robin
K., Köchli D. 2006: Entwicklung der Wildwiederkäuer
im Luchsverbreitungsgebiet Nordostschweiz. Hochschule Wädenswil
HSW, Abt. Naturmanagement, Fachstellen Wildtier - und Landschaftsmanagement
WILMA & Geoinformatik. Bericht zuhanden der Operativen Leitung
des Projektes Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO; im Auftrag
des Bundesamtes für Umwelt BAFU, Sektion Jagd, Wildtiere
und Waldbiodiversität; pp. 48, mit Anhang.

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Bundesamt für Umwelt BAFU
info@bafu.admin.ch | Haftung, Datenschutz und Copyright
http://www.bafu.admin.ch/jagd_wildtiere/02627/03099/index.html?lang=de
Medienmitteilung vom 24.11.2006
Luchseinfang geplant
Zwei Luchse aus dem Solothurner Jura werden im
kommenden Winter
eingefangen. Im Rahmen des Projekts LUNO werden die Tiere im Frühling
in den Kanton Thurgau umgesiedelt. Im darauf folgenden Winter
07/08 soll ein weiteres Paar aus den Nordwestalpen folgen.
Mitte September haben die Kantone St. Gallen, Zürich, Thurgau,
die beiden Appenzell und das
Bundesamt für Umwelt BAFU entschieden, den Vertrag für
das Projekt LUNO um drei weitere
Jahre zu verlängern. Geplant ist, im Winter ein weiteres
Luchspaar in den Kanton Thurgau
umzusiedeln. Heute haben die Jagdverwalter der Kantone, in denen
die Luchse gefangen werden
sollen, die Details des Einfangs festgelegt: So werden in diesem
Winter zwei Luchse im Solothurner
Jura eingefangen und vor der Freilassung im Kanton Thurgau in
der Quarantäne
zusammengeführt, damit sie sich aneinander gewöhnen
können.
Für weitere Umsiedlungen im Winter 07/08 sollen die Luchse
in den Nordwestalpen gefangen
werden. Damit wird die genetische Basis der Luchse in der Ostschweiz
vergrössert.
Auskünfte
Dr. Reinhard Schnidrig, Chef Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität,
BAFU,Tel. 079 352 61 87
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Weitere Luchse für die Nordostschweiz
Kantone St. Gallen, Zürich, Appenzell Ausserrhoden,
Appenzell Innerrhoden und Thurgau und das Bundesamt für Umwelt
BAFU
Am 11. September 2006 haben die Kantone St. Gallen,
Zürich, die beiden Appenzell und Thurgau sowie das Bundesamt
für Umwelt BAFU beschlossen, im kommenden Winter zwei weitere
Luchse in die Nordostschweiz umzusiedeln. Weitere ein oder zwei
Luchse folgen im Winter 2007/08. Diese Massnahmen sind notwendig,
um den Luchsbestand in der Nordostschweiz zu stützen und
längerfristig zu stabilisieren. Das Projekt der Luchsumsiedlung
in die Nordostschweiz (LUNO) wird im Jahr 2009 abgeschlossen.
Die Überwachung der Luchse in der Nordostschweiz soll anschliessend
in das nationale Grossraubtier-Monitoring überführt
werden.
Am 11. September 2006 haben die zuständigen Mitglieder der
Regierungen der Kantone St. Gallen, Zürich, Appenzell Innerrhoden,
Appenzell Ausserrhoden und Thurgau sowie die Direktion des Bundesamtes
für Umwelt BAFU in St. Gallen beschlossen, den Vertrag für
das Projekt LUNO um drei weitere Jahre zu verlängern. Es
ist geplant, im kommenden Winter zwei weitere Luchse aus dem Jura
und den Nordwestalpen in die Nordostschweiz, nämlich in den
Kanton Thurgau, umzusiedeln. Ein Jahr später werden nochmals
ein oder zwei Luchse in die Kantone St. Gallen oder Zürich
umgesiedelt, damit sich ein weiteres Paar bilden kann. Mit diesen
Umsiedlungen wird das ursprüngliche Vertragsziel erreicht,
mindestens zwölf Luchse in die Nordostschweiz zu bringen.
Diese neuen Freilassungen verbessern die Voraussetzungen, eine
überlebensfähige und den Verhältnissen angepasste
Luchspopulation zu gründen.
Akzeptanz der Luchse soll gefördert werden
Zwischen den beiden Umsiedlungen soll die Zeit genutzt werden,
bei allen Betroffenen mittels Information und Diskussion die Akzeptanz
der Luchse zu fördern. Weiter wurde beschlossen, dass nach
diesen Umsiedlungen keine weiteren Freilassungen mehr stattfinden
und das Projekt Ende 2009 endet, ungeachtet der sich dann bietenden
Situation. Die Luchse in der Nordostschweiz werden ab dem Jahre
2009 im Rahmen des normalen Grossraubtier-Monitorings überwacht.
Umsiedlungen notwendig
Die Ergebnisse des Monitorings der letzten beiden Jahre zeigen,
dass sich ein kleiner Luchsbestand bilden konnte (siehe Kasten
1). Dennoch steht die neu angesiedelte Luchspopulation nach wie
vor auf unsicheren Füssen, und ihr Überleben ist nicht
gesichert. Deshalb erachten die Projektpartner von Bund und Kantonen
weitere Umsiedlungen als notwendig. Die umgesiedelten Luchse werden
mit Hilfe von GPS-Halsbändern, wie sie bereits bei TURO zum
Einsatz kamen, relativ kostengünstig überwacht. Die
Kosten für die Umsiedlung sowie für das folgende Monitoring
trägt der Bund. Die Kantone unterstützen die Arbeiten
mit ihrer Wildhut.
Medienmitteilung
vom 4. September 2006

Auskunft
- Dr. Willy Geiger, Vizedirektor des Bundesamts für Umwelt
BAFU, Vorsitzender des Strategischen Lenkungsausschusses SLA;
Tel. 031 322 24 96
- Dr. Ursula Gut-Winterberger, Vorsteherin der Baudirektion des
Kantons Zürich; Kommunikation Baudirektion, Tel. 043 259
28 01
- Peter Schönenberger, Vorsteher des Finanzdepartements des
Kantons St. Gallen; Tel. 071 229 32 85
- Stefan Sutter, Vorsteher des Bau- und Umweltdepartements des
Kantons Appenzell Innerrhoden; Tel. 071 788 93 41
- Hans Diem, Vorsteher des Departements für Sicherheit und
Justiz des Kantons Appenzell Ausserrhoden; Tel. 071 353 68 40
oder Tel. 071 343 63 84
- Dr. Claudius Graf-Schelling, Vorsteher des Departements für
Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau; Tel. 052 724 22 01
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Aus der Medienmitteilung der Kantone St. Gallen,
Zürich, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und
Thurgau und des Bundesamtes für Umwelt BAFU vom 14. September
2006
Ergebnis des Monitorings (oder der Überwachung)
vom letzten Winter 2005/2006
Die ersten sechs Luchse wurden 2001 aus den
Nordwestalpen in die Nordostschweiz gebracht. Weitere drei Tiere
aus dem Jura folgten 2003. Das Monitoring dieser Tiere und ihrer
Nachkommen im Winter 2005/06 brachte ähnliche Ergebnisse
wie im Vorjahr:
- Im Tössstock (ZH/SG) konnte das Männchen TURO sowie
das Weibchen NEMA, ein Nachkomme der umgesiedelten Luchse, nachgewiesen
werden. NEMA war in Begleitung von drei Jungen. Eines davon wurde
später nach seiner altersbedingten Trennung von der Mutter
auf der Suche nach einem neuen Territorium an einem gerissenen
Reh bei Unterwasser (SG) fotografiert.
- Ebenfalls nachgewiesen wurde das Männchen B88, ein im Umsiedlungegebiet
geborener Luchs, im Gebiet der Churfirsten.
- NURA, eines der ursprünglich umgesiedelten Weibchen, wurde
im Herbst 2005 mit drei, später noch mit zwei Jungen in der
Nähe von Amden beobachtet. Das dritte Junge wurde im November
2005 bei einem Bauernhof in der Nähe von Weesen eingefangen
und in eine Wildpflegestation gebracht. Kurz vor seiner geplanten
Freilassung im April 2006 verendete es. NURA oder eines ihrer
anderen Jungen konnten während dem Fotofallenmonitoring nicht
mehr nachgewiesen werden.
- Ein weiteres Jungtier unbekannter Herkunft wurde alleine bei
einem Bauernhof bei Bäretswil (ZH) beobachtet und fotografiert.
Es konnte nicht eingefangen werden und wurde später auch
nicht mehr beobachtet.
- AIKA, ein umgesiedeltes Weibchen, lebt seit rund drei Jahren
im Kanton Glarus ausserhalb des LUNO-Projektperimeters und wurde
im letzten Winter erneut nachgewiesen.
- Die Anwesenheit eines Luchses am westlichen Hang des Rheintales
(nördlicher Werdenberg) konnte im Verlauf des Sommers 2006
mit grosser Wahrscheinlichkeit bestätigt werden.
- Weitere Hinweise auf Luchse aus benachbarten Gebieten konnten
nicht bestätigt werden (Kanton SG südlich der Seez,
Prättigau, Liechtenstein, Österreich).
Ryser
A. et al. 2006: Monitoringbericht LUNO 2. Status Luchs Nordostschweiz
Winter 2005/2006, KORA-Bericht Nr. 34; pp. 24.

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Aus der Medienmitteilung der Kantone St. Gallen,
Zürich, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und
Thurgau und des Bundesamtes für Umwelt BAFU vom 14. September
2006
Der Luchs in seiner Umwelt
Der Luchs gehört zur einheimischen Fauna.
Er ernährt sich fast ausschliesslich von Rehen und Gämsen.
Luchs und Wild bilden zusammen ein dynamisches, eng verzahntes
System.
Im Kerngebiet der Luchse in der Nordostschweiz nahmen die Abschusszahlen
(Jagdstrecke) von Rehen und Gämsen in den letzten sechs Jahren
stärker ab als in benachbarten Gebieten ohne oder mit wenig
Luchspräsenz. Diese Abnahme der Jagdstrecke deutet auf eine
Abnahme der Wildbestände hin. Diese könnte sich positiv
auf die natürliche Waldverjüngung auswirken. Die Luchse
können die Jagd lokal erschweren und die Zahl der Abschüsse
teilweise stark reduzieren. Insgesamt verhindern die Luchse aber
eine angemessene jagdliche Nutzung des Wildes regional und überregional
nicht.
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Aus der Medienmitteilung der Kantone St. Gallen,
Zürich, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und
Thurgau und des Bundesamtes für Umwelt BAFU vom 14. September
2006
Hinweise auf weitere Informationsquellen:
- Umgang mit dem Luchs: www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/jagd/wildtiere/luchs/index.html
- Informationen rund um das Projekt LUNO: www.luno.ch
- Monitoringbericht Winter 2004/05: www.kora.unibe.ch/pdf/reports/rep31.pdf
Ryser
A. et al. 2005: Monitoringbericht LUNO 2. Status Luchs Nordostschweiz
Winter 2004/2005, KORA-Bericht Nr. 31d; pp. 29.

- Monitoringbericht Winter 2005/06: www.kora.unibe.ch/pdf/reports/rep34.pdf
Ryser
A. et al. 2006: Monitoringbericht LUNO 2. Status Luchs Nordostschweiz
Winter 2005/2006, KORA-Bericht Nr. 34; pp. 24.

- effor2: http://www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/wald/politik/effor2/index.html
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Veterinärmedizinischer Befund
(bafu/fiwi/19.Juni 2006/10. Juli 2006

Jungluchs in der Wildstation Landshut (BE)
Foto und Copyright: Andreas Ryser LUNO-KORA
Das am 23. April 2006 in der Quarantäne verendete
junge Luchsweibchen wurde am Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin
der Universität Bern eingehend untersucht. Der Bericht liegt
nun vor:
Das Tier starb an einer akuten eitrigen Bauchfellentzündung
infolge eines doppelten Enddarmdurchbruchs. Die Luchsin wies eine
angeborene Missbildung des Beckens auf, was zu einer Kotanschoppung
im Enddarmbereich geführt hatte. Beim Versuch des Abkotens
durch Drücken hatte das Tier die Darmwand mit kleinen Holzstücken,
die sich im Kot befanden, perforiert; in der Folge war Darminhalt
in die Bauchhöhle eingetreten, was die tödlich verlaufende
Bauchfellentzündung auslöste. In der Zwischenzeit brachten
weitere Untersuchungen an den Tag, dass der Luchs zusätzlich
noch an einer bakteriologischen Blutvergiftung gelitten hatte.
Veterinärmedizinische Befunde zum Tod des
Jungluchses
Auskunft:
Christoph Jäggi, Wiss. Mitarbeiter, Sektion Jagd, Wildtiere
& Waldbiodiversität BAFU, Tel. 031 324 78 49
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Jungluchsin in Quarantäne gestorben
(ajf-SG/bafu/26. April 2006)
Im vergangenen Herbst wurde ein junges, rund 6
Monate altes Luchsweibchen bei einem Bauernhof in der Nähe
von Weesen (SG) verwaist aufgefunden und während der letzten
Monate in der Wildstation Landshut (BE) gepflegt. Dort ist es
kurz vor seiner geplanten Freilassung gestorben.
Das junge Luchsweibchen war im Herbst 2005 bei
einem Bauernhaus in der Nähe von Weesen im Kanton SG gefunden
worden, während es sich hungrig am Katzenfutter vor dem Haus
zu schaffen machte. Es wurde eingefangen (s. Mitteilungen vom
15.12.05 und 13.2.06) und in den letzten Monaten auf der Wildstation
Landshut (BE) gepflegt. Die früher vom Kanton Bern und heute
von einem privaten Tierschutzverein betriebene Station ist so
eingerichtet, dass wilde Luchse ohne Menschenkontakt gehalten
und nur mit Wildfleisch gefüttert werden können.
Vorletzte Woche zeigte die veterinärmedizinische
Untersuchung, dass das Luchsweibchen gesund und seine körperliche
Entwicklung für ein Überleben in der Freiheit ausreichend
fortgeschritten war. Mitte April 06 hätte es in der Nähe
seines Fundortes wieder freigelassen werden sollen. Dieses Vorgehen
entspricht dem Konzept Luchs Schweiz und wurde vom Kanton St.
Gallen befürwortet und mitgetragen. Leider erkrankte das
Tier nur wenige Tage vor der geplanten Freilassung. Es litt an
Durchfall. Trotz veterinärmedizinischer Behandlung und offensichtlicher
Besserung der Gesundheit, starb es am vergangenen Sonntag. Als
Todesursache wurde eine Verletzung des Darms und in der Folge
eine Bauchfellentzündung festgestellt. Der Tod ist ein herber
Verlust. Die Jungluchsin wäre für die Stabilisierung
der kleinen Population in der Nordostschweiz wichtig gewesen.
Erfahrungen aus anderen Projekten zeigen, dass Jungluchse sehr
gut alleine zurechtkommen, wenn sie den ersten Winter überstanden
haben.
Projekt LUNO geht zu Ende
Noch bis Ende 2006 läuft das Luchsumsiedlungsprojekt LUNO
des Bundes, das 2001 gestartet worden war. Projektziel ist, eine
überlebensfähige Luchspopulation in der Nordostschweiz
aufzubauen. Bereits am Anfang verschwand der Luchs "Roco",
"Vino" verstarb eines natürlichen Todes und "Ayla"
wurde in Oberriet überfahren. Von den ursprünglich neun
ausgesetzten Luchsen konnten im Winter 2004/2005 noch drei nachgewiesen
werden. In dieser Situation ist jeder überlebende Jungluchs
von grosser Bedeutung. Im letzten Herbst konnten mindestens drei
weitere Jungluchse nachgewiesen werden.
Ende Sommer 2006 wird das Bundesamt für
Umwelt BAFU den Kantonen (AI, AR, SG, TG, ZH) einen Bericht zum
Projekt vorlegen und anschliessend mit ihnen über das weitere
Vorgehen bezüglich des Luchsbestandes in der Ostschweiz diskutieren.
Auskunft:
Markus Brülisauer, Jagdadjunkt des Kantons St. Gallen, Tel.
071 229 39 53
Reinhard Schnidrig, Chef Sektion Jagd, Wildtiere & Waldbiodiversität
BAFU, Tel. 031 323 03 07
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Monitoring der Luchse geht weiter
(bafu/9. März 2006)
Nachdem im Winter/Frühjahr 2004/05 nur noch
insgesamt vier Luchse im Umsiedlungsgebiet Tössstock (ZH)
und Toggenburg (SG) nachgewiesen werden konnten (Projekt
LUNO2 - Jahresbericht 2005 261 kB), wird zur Zeit das Monitoring
wiederholt. Ziel ist es, die vier Luchse und ihre Jungen zu bestätigen
und weitere Luchse zu finden, die im letzten Winter möglicherweise
übersehen worden waren. Dabei kommen erneut rund 30 Fotofallen
zum Einsatz. Diese Methode eignet sich, da fotografierte Luchse
aufgrund ihres Fellmusters individuell erkannt werden können.
Ausserdem wird das Umsiedlungsgebiet und seine Umgebung grossräumig
systematisch nach Spuren im Schnee abgesucht, um so weitere Hinweise
auf möglicherweise abgewanderte Luchse zu bekommen. Das Monitoring
wird von Mitarbeitern von KORA (kora)
sowie durch die kantonalen Wildhutorgane durchgeführt. Als
Ergänzung zum Einsatz der Wildhüter und zum Bundesbeitrag
von CHF 100'000.-- investiert der Kanton Zürich einen zusätzlichen
Betrag von CHF 15'000.00. Damit kann trotz der Sparmassnahmen
auf Bundesebene ein aussagekräftiges Monitoring der Luchse
sichergestellt werden.
Aufruf
Um möglichst sämtliche Luchse zu erfassen, bitten wir
Jäger, Förster, Landwirte, Tourenfahrer usw., sämtliche
Beobachtungen von Luchsen, Luchsspuren, Rissen sowie andere Hinweise
auf Luchse den Mitarbeitern von KORA, der kantonalen Wildhut oder
der jeweiligen Jagdverwaltung umgehend zu melden.
Meldeformulare:
Formular
Luchsbeobachtung (187 kB)
Formular Luchsrissfund (143)
Da Luchse die Kerngebiete entlang der Churfirsten
und im Tössstockgebiet möglicherweise grossräumig
verlassen haben, gilt dieser Aufruf für die ganze Nordostschweiz.
Besten Dank für Ihre wertvolle Mitarbeit.
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Februar 2006
Meldungen von Luchsbeobachtungen und Luchsrissen
Melden Sie bitte Luchsbeobachtungen und Rissfunde auch weiterhin
mit den unten angefügten Formularen an die Kantonalen Fachstellen
Jagd:
Jagdverwaltung des Kantons Appenzell Ausserrhoden
Postfach
9043 Trogen
Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Appenzell Innerrhoden
Gaiserstrasse 8
9050 Appenzell
Amt für Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen
Davidstrasse 35
9001 St. Gallen
Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau
Spannerstrasse 29
8510 Frauenfeld
Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich
Jungholzstrasse 6
8090 Zürich
oder an:
Andreas Ryser
Leiter Luchsmonitoring LUNO2
KORA
Thunstrasse 31
3074 Muri
Formular
Luchsrissfund (143 kB)
Formular
Luchsbeobachtung (187 kB)
13.02.2005/LUNO-KORA
Jahresbericht 2005 von LUNO2 liegt vor
Im Jahresbericht sind die Ereignisse des Jahres 2005 zusammengefasst.
Die Berichtsperiode war geprägt von den ernüchternden
Resultaten des Monitorings 2005. Im Kompartiment 2 (Kantone AI,
AR, SG, TG und ZH) konnten nur mehr zwei von möglichen fünf
der ursprünglich umgesiedelten neun Luchse nachgewiesen werden.
Ausserdem wurden zwei bereits in der Nordostschweiz geboren Luchse
dokumentiert. Die vier nachgewiesenen Tiere bildeten zwei Paare.
Im Herbst konnten insgesamt 4 Jungtiere des Jahrgangs 2005 in
zwei verschiedenen Regionen des Kompartimentes dokumentiert werden.
Eines der Jungen, ein Weibchen, das isioliert von der Mutter auf
einem Landwirtschaftsbetrieb aufgetreten war, wurde eingefangen
und in eine Wildtierpflegestation gebracht.
Gegen Ende des Berichtsjahres zeichneten sich die Konsequenzen
der Sparbemühungen des Bundes ab, die eine Fortführung
des Projektes LUNO2 ernsthaft in Frage stellten. Zum Jahresende
wurde das Mandat für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit
vorzeitig eingestellt und die Koordination weitgehend in die Hände
von BAFU und Kantonen gelegt. Inwieweit das Modul Luchsmonitoring
bis zum regulären Abschluss des Projektes Ende 2006 aufrechtzuerhalten
ist, war zum Jahresende noch nicht geklärt.
Das beigefügte pdf gibt im Detail Auskunft.
Robin
K., Ryser A. 2006: Projekt LUNO2 - Jahresbericht 2005. KORA +
ROBIN HABITAT AG. Typoscript, Februar 2006; pp. 4.
(261KB)
01. 01. 2006/LUNO
Öffentlichkeitsarbeit im Projekt LUNO neu bei der Operativen
Projektleitung (BAFU und Kantone)
Ab sofort und bis auf weiteres liegt die Verantwortung für
Öffentlichkeitsarbeit im Projekt LUNO bei der Operativen
Projektleitung, d.h. beim Bundesamt für Umwelt BAFU und bei
den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St.
Gallen, Thurgau und Zürich. Die Tätigkeit des Beauftragten
für Öffentlichkeitsarbeit im Projekt LUNO ist per 31.12.2005
eingestellt.
Fragen sind an folgende Adressen zu richten:
Bundesamt für Umwelt BAFU
Abteilung Artenmanagement
Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität
3003 Bern
Jagdverwaltung des Kantons Appenzell Ausserrhoden
Postfach
9043 Trogen
Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Appenzell Innerrhoden
Gaiserstrasse 8
9050 Appenzell
Amt für Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen
Davidstrasse 35
9001 St. Gallen
Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau
Spannerstrasse 29
8510 Frauenfeld
Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich
Jungholzstrasse 6
8090 Zürich
Die Homepage von LUNO wird ab 01.01.2006 nur mehr eingeschränkt
aktualisiert und spätestens per 31.12.2006 definitiv vom
Netz genommen.
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15. 12. 2005 / 18.12.2005/LUNO-KORA
Überleben der Population in Frage gestellt?
Von den neun im Rahmen des Projekts LUNO in die Ostschweiz
umgesiedelten Luchsen leben im Projektgebiet noch mindestens TURO
und NURA. Beide haben sich 2005 erfolgreich fortgepflanzt. Die
jeweiligen Partner sind selbst Nachkommen umgesiedelter Luchse,
die bereits in der Nordostschweiz geboren worden sind: NEMA und
B88. Dies zeigen Untersuchungen mit Fotofallen im Winter 2004/2005,
Zufallsbeobachtungen im Verlauf von 2005 und aktuelle genetische
Analysen.
Im Winter 2004/2005 wurde die Luchspopulation untersucht, welche
zwischen 2001 und 2003 im Rahmen des Projektes LUNO in der Nordostschweiz
angesiedelt worden war. Da ausser bei TURO seit einiger Zeit keine
Sender mehr im Einsatz sind, wurde die Luchspopulation mit Fotofallen,
systematischer Spurensuche im Schnee und aufgrund von Zufallsbeobachtungen
erhoben und ausserdem genetische Analysen vorgenommen.
Die Ergebnisse zeigen, dass von den neun umgesiedelten Luchsen
noch mindesetns zwei und zudem mindestens zwei ihrer Nachkommen
im Gebiet leben. Dabei haben sich zwei Paare gebildet:
1) Im Tössstockgebiet verpaarte sich der aus dem Jura umgesiedelte
TURO mit der Junglüchsin NEMA. In diesem Raum gab es Nachwuchs.
Mitte November 2005 wurde dort ein Jungluchs fotografiert.
2) In den westlichen Churfirsten verpaarte sich die aus den Alpen
stammende NURA mit dem Jungluchs B88. NURA konnte im Herbst mit
zwei Jungtieren fotografiert werden. Ein drittes Jungtier wurde
Anfang November aufgegriffen und in Quarantäne genommen.
Für die anderen drei umgesiedelten Luchse, die noch im Gebiet
erwartet wurden (BAYA, AURA, ODIN), konnten keine Nachweise erbracht
werden.
Bereits vor der jüngsten Untersuchung nicht mehr im Gebiet
waren AIKA (abgewandert ins Glarnerland), AYLA (von Auto überfahren),
VINO (altershalber gestorben) und ROCO (im ersten Jahr nach der
Umsiedlung spurlos verschwunden).
Auch wenn wir heute wissen, dass sich 2005 beide im Monitoring
nachgewiesenen Weibchen reproduziert haben und wir vorsichtig
annehmen, dass mit den eingesetzten Erhebungsmethoden ein bis
zwei Luchse nicht erfasst worden sind, ist das Fortpflanzungspotenzial
sehr gering und das Überleben bzw. der Aufbau der Population
ernsthaft in Frage gestellt.
Ryser
A. 2005: Luchsmonitoring Winter 2004/2005, Kurzbericht; pp. 2.

Ryser
A. et al. 2005: Monitoringbericht LUNO 2. Status Luchs Nordostschweiz
Winter 2004/2005, KORA-Bericht Nr. 31d; pp. 29.

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30.09.2005/LUNO
Das Luchsprojekt in derRubrik ARTENSCHUTZ der Zeitschrift
natur + mensch 4/2005
In einer zusammenfassenden Darstellung gehen Andreas Ryser
und Klaus Robin auf das Ziel, die Entwicklung und die Situation
des Projektes LUNO ein, wie sie sich im vergangenen Winter dargestellt
haben. Obwohl sich bereits damals abgezeichnet hatte, dass einige
der umgesiedelten Luchse nicht mehr nachzuweisen waren, sollten
zuerst die Ergebnisse des Luchsmonitorings 2004/2005 ausgewertet
und kommentiert werden (siehe Beitrag vom 15.12.2005, oben).
Klar ist, dass die Ziele vorerst noch nicht erreicht sind und
dazu weitere Anstrengungen aller Beteiligten erforderlich sind.
Robin
K., Ryser A. 2005: LUNO - Das Projekt Luchsumsiedlung Nordostchweiz.
Natur + Mensch 4/2005, 30-34.

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11. Juli 2005 /LUNO-KORA
Satelliten überwachen TURO
Seit Juni wird der Luchskuder TURO mit Hilfe von Satelliten
überwacht. Technisch möglich ist diese Überwachung
durch den Einsatz eines Telemetrie-Halsbandes, das ein GPS-Gerät
enthält, welches die Position des Luchses via Satellit zu
einem festen Standort sendet.
Turo ist zurzeit der einzige Luchs in der Schweiz, der unter radiotelemetrischer
Kontrolle steht. Dank einem neuen Senderhalsband ist das Verfolgen
seiner Streifzüge jetzt mit viel geringerem Arbeitsaufwand
möglich. Sein Halsband trägt neuerdings ein GPS-Gerät.
Dieses ermöglicht eine Positionsbestimmung via Satellit zu
einem festen Standort. Turo ist der erste Luchs im ganzen Alpenraum,
bei dem diese Methode angewandt wird.
Der Luchskuder Turo war im Frühling 2003 aus dem Jura in
die Nordostschweiz umgesiedelt worden und hatte bereits kurz nach
seiner ersten Freilassung im Südosten des Kantons Thurgau
Aufsehen erregt, als er sich aus dem Freisetzungsgebiet abgesetzt
hatte und bis zur deutschen Grenze in Schaffhausen gewandert war.
Dort war er wieder eingefangen und am Tössstock/ZH ein zweites
Mal in die Natur entlassen worden. Es hielt ihn aber nicht lange.
Ein weiteres Mal machte er sich auf Wanderschaft und wurde bekannt
durch seine spektakulären Ausflüge in die Stadt Zürich.
Danach lebte er eineinhalb Jahre lang im Raum Zürichberg-Pfannenstiel,
bis er Anfang November 2004 zu seinem zweiten Aussetzungsort zurückkehrte
und seither wieder im Raum Tössstock lebt.
Der für die Montage des Senderhalsbandes notwendige Fang
erfolgte übrigens nach altbewährter Manier. Das Tier
tappte in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 2005 im Gebiet der
Gemeinde Libingen SG in eine Falle, welche LUNO-KORA-Mitarbeiter
bei einem gerissenen Reh ausgelegt hatten.
Mehr Informationen zum Einsatz von GPS Halsbändern
bei Wildtieren unter http://www.vectronic-aerospace.com
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11. April 2005
Jahresbericht 2004 von LUNO2 liegt vor
Im Jahresbericht sind die Ereignisse des Jahres 2004 zusammengefasst.
Die Berichtsperiode war geprägt von weiteren Senderausfällen,
von den Abschlussarbeiten zu LUNO1 und der Anpassung der Leistungen
an die reduzierten Mittel.
Das beigefügte pdf gibt im Detail Auskunft.
Robin
K., Ryser A. 2005: Projekt LUNO2 - Jahresbericht 2004. KORA +
ROBIN HABITAT AG. Typoscript, pp. 4
(653KB)
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11. April 2005
Pressedienst BUWAL
Service de presse OFEFP
Servizio stampa UFAFP
CH-3003 Bern
Tel. 031 322 90 00
Fax 031 322 70 54
pressedienst@buwal.admin.ch
www.umwelt-schweiz.ch
Medienmitteilung des BUWAL
Ziele der «Luchsumsiedlung Nordostschweiz» teilweise
erfüllt
Neun Luchse wurden seit 2001 in der Nordostschweiz angesiedelt,
mit dem Ziel, eine sich selbst erhaltende Population zu etablieren.
Das BUWAL hat nun einen Forschungsbericht zur ersten Phase des
Projekts «Luchsumsiedlung Nordostschweiz» LUNO vorgelegt.
Die Hauptziele wurden bei den weiblichen
Luchsen nahezu erfüllt, die männliche Population jedoch
durchläuft eine schwierige Zeit.
Die ersten sechs Luchse wurden im Spätwinter 2001 aus den
Westalpen in die Nordostschweiz umgesiedelt, eine zweite Staffel
von drei Luchsen, diesmal aus dem Jura folgte 2003. Im April 2005
hat die Leitung des Projekts LUNO nun Vertretern der Nordostschweizer
Kantone (Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen,
Thurgau und Zürich), die das Projekt zusammen mit dem BUWAL
tragen, einen Bericht vorgelegt und Bilanz gezogen.
Das Projekt LUNO verfolgte zwei Ziele:
In der Nordostschweiz soll ein sich selbst erhaltender Luchsbestand
aufgebaut werden.
Damit soll der Zusammenschluss isolierter Luchsvorkommen in den
Alpen gefördert und die Erhaltung der Art im gesamten Alpenbogen
unterstützt werden.
Schwierige Ansiedlung von Männchen
Das Hauptziel des Projekts, einen sich selbst erhaltenden Luchs-Bestand
aufzubauen, ist bezogen auf die Weibchen nahezu erfüllt:
Insgesamt leben im Projektgebiet heute noch mindestens vier weibliche
Luchse.
Bei den Männchen präsentiert sich die Lage etwas anders:
Ein Tier ist seit Jahren verschollen, ein anderes starb im Jahr
2003. Nur ein einziger Kuder verblieb im Kerngebiet zwischen Rickenpass
und Rheintal.
Trotzdem zeigen sich die Verantwortlichen vorsichtig optimistisch,
denn die ausgesetzten Luchse pflanzten sich mehrmals fort. Der
Untersuchungszeitraum von drei Jahren ist allerdings sehr kurz.
Deswegen können die Fachleute noch nicht definitiv beurteilen,
wie sich die Luchspopulation in der Nordostschweiz entwickeln
wird.
Kaum Kleinvieh gerissen
Ein Luchs frisst im Durchschnitt pro Woche ein Beutetier in der
Grösse eines Rehs oder einer Gämse. Von den im Projekt
LUNO1 gefundenen 175 Luchsrissen handelte es sich denn auch überwiegend
um Rehe und Gämsen. Von einer einzigen Ziege abgesehen befanden
sich keine Haustiere unter der Beute.
Die Überwachung der Luchse und der Entwicklung der Wildbestände
werden in einem neuen Projekt LUNO2 bis Ende 2006 mit reduziertem
Aufwand fortgesetzt.
Auskunft:
Reinhard Schnidrig-Petrig, BUWAL, Abteilung Artenmanagement, Tel.
031 323 03 07
Christoph Jäggi, BUWAL, Abteilung Artenmanagement, Tel. 031
324 78 49
Klaus Robin, Projekt Luchsumsiedlung Nordostschweiz Luno, Tel.
055 285 30 50
Titel und Bezugsadresse des Berichtes, der den Kantonen vorgelegt
wurde:
Robin K, Nigg H. 2005:
Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO. Bericht über die
Periode 2001 bis 2003.
Schriftenreihe Umwelt Nr. 377. Bundesamt für Umwelt, Wald
und Landschaft, Bern
53 S. + CD.ROM
Mit einem Vorwort von Dr. Hansjörg Blankenhorn, Leiter Sektion
Jagd und Wildtiere, Abt. Artenmanagement
BUWAL
Redaktion:
Robin K, ROBIN HABITAT AG
Nigg H, WildARK Ostschweiz
Ryser A, KORA
Jäggi Ch, BUWAL, Abt. Artenmanagement, Sektion Jagd und Wildtiere
Gestaltung: Obrecht J-M, ROBIN HABITAT AG
Bezug:
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft
Dokumentation
CH-3005 Bern
Fax +41 (0)31 324 02 16
E-Mail: docu@buwal.admin.ch
Internet: www.buwalshop.ch
Bestellnummer: SRU-377-D
Preis. CHF 15.00 (inkl. MWST; zuzüglich Port0+Verpackung)
Robin
K., Nigg H. 2005: Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO. Bericht
über die Periode 2001 bis 2003.
Schriftenreihe Umwelt Nr. 377. Bundesamt für
Umwelt, Wald und Landschaft, Bern
(2.5
MB)
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30. März 2005 / LUNO
Abgeltung von luchsbedingten Schäden an Haus- und Nutztieren
Aktualisierte Version
Zum Sommeranfang bringen die Landwirte ihre Weidetiere auf
die Alpen. Im Herbst kehren jedoch nicht alle Tiere zurück.
Einige kommen durch Unfälle wie Blitz- und Steinschlag oder
durch Krankheit ums Leben. Auch Beutegreifer wie der Luchs können
Kleinvieh reissen. Den Herdenbesitzern entsteht dadurch ein Schaden.
Während die Verluste durch Unfälle und Krankheit von
Versicherungen oder vom Besitzer selbst zu tragen sind, werden
nachgewiesene Luchsrisse an Kleinvieh durch Bund und Kantone abgegolten.
Das Konzept Luchs Schweiz 2004 und die zuständigen kantonalen
Ämter haben festgelegt, wie im Fall eines möglichen
Luchsrisses vorzugehen ist.
Alp-Sömmerung von Schafen und Ziegen
Bald beginnt wieder die traditionelle Alpsaison in der Landwirtschaft.
Schafe, Ziegen und Rinder werden aus den Talgebieten auf die Alpweiden
gebracht und bleiben dort - nicht selten unbetreut - bis kurz
vor dem ersten Schnee. Die Herdenbetreuer finden bei den Kontrollbesuchen
von Zeit zu Zeit ein totes Tier. Laut KORA-Umfragen (Koordinierte
Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere
in der Schweiz) bei Schafhaltern kehren rund 3% der gesömmerten
Schafe nicht mehr von der Alp zurück. Es stellt sich jeweils
die Frage nach der Todesursache. In Frage kommen Unfall, Krankheit
oder ein Beutegreifer. Wirtschaftlicher Schaden, der durch Unfall
oder Krankheit entstanden ist, wird von einer Versicherung abgegolten,
sofern sich der Besitzer gegen solche Ereignisse versichert hat.
Unterliess er den Abschluss einer entsprechenden Versicherung,
hat er den Schaden selbst zu tragen. - Liegt ein erwiesener Luchsriss
vor, entschädigen Bund und Kantone den Verlust gemäss
dem Konzept Luchs Schweiz 2004 und folgen dabei den Abgeltungsrichtlinien
der Kleinvieh-Zuchtverbände.
Luchsrisse und Schadensverhütung
In den Alpsommern 2001 bis 2004 haben Luchse in der Nordostschweiz
ein Haustier gerissen. In der Nacht vom 1. auf den 2. August 2002
hatte AURA eine Ziege getötet.
Wie eine Studie der KORA (Koordinierte Forschungsprojekte zur
Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz) aus
dem Berner Oberland, den Freiburger und Waadtländer Alpen
gezeigt hat, treten Konflikte vor allem in Gebieten auf, wo Schafweiden
in unmittelbarer Nähe zu Waldflächen liegen. Weiden,
auf denen Schafe gerissen wurden, lagen in mehr als 70% der Fälle
weniger als 100m vom Waldrand entfernt. Befand sich die Weide
mehr als 850m vom Waldrand entfernt oder höher als 2080müM,
traten überhaupt keine Luchsrisse mehr auf. Die meisten Schäden
gehen auf einzelne Luchse zurück, die sich (vorübergehend)
auf Nutztiere bestimmter Weiden spezialisieren.
Luchsrisse lassen sich aufgrund charakteristischer Merkmale meist
eindeutig von anderen Todesursachen unterscheiden. Luchse töten
ihre Beute durch einen gezielten Biss in den Hals und beginnen
in der Regel von den Oberschenkeln her daran zu fressen. Zur Beurteilung
ist es wichtig zu wissen, wann ein totes Haustier gefunden wurde:
je früher nach dem Riss, desto zuverlässiger die Diagnose.
In zweifelhaften Fällen kann die kantonale Verwaltung eine
Expertise durch Spezialisten anfordern. Eindeutig vom Luchs gerissene
Nutztiere werden nach den Grundsätzen des Konzeptes Luchs
Schweiz 2004 entschädigt. Werden Schafe oder Ziegen im Wald
gerissen, erfolgt keine Abgeltung. Eine Ausnahme besteht für
Gebiete, in denen gemäss Waldgesetz ein geordneter Weidebetrieb
erlaubt ist. Auf Weiden mit erhöhten Schäden müssen
der Situation angepasst eine oder mehrere Massnahmen zur Schadensverhütung
ergriffen werden. Dazu gehören das Wechseln der Weide nach
einem Schadenereignis, das Ausrüsten von Schafen mit breiten
Schutzhalsbändern, das Einpferchen in gesicherte Gehege über
Nacht, das Anbringen von Elektrozäunen, der Schutz der Herden
durch Hirten mit Hunden und die Aufhebung der Weidenutzung nach
wiederholt auftretenden Schäden. Der Bund beteiligt sich
bis zu 100% an den Kosten.
Vorgehen im Schadenfall
In allen Kantonen führt der erste Kontakt eines Landwirtes,
der ein totes Tier auf der Weide vorfindet, für das der Luchs
als Ursache in Frage kommt, zur kantonalen Jagdverwaltung, zum
zuständigen Wildhüter oder zur Kantonspolizei. Die Zuständigen
setzen sich, falls erforderlich, mit Spezialisten der LUNO-KORA
in Verbindung. Das tote Tier wird am Fundort nach einem vorgegebenen
Protokoll untersucht. Steht der Luchs als Ursache fest, erfolgt
die Einleitung der Abgeltungszahlung durch den Kanton. Falls vorgesehen,
kommen die Wildschadensschätzer ins Spiel. Sie orientieren
sich dabei an den offiziellen Einschätztabellen der Schweizerischen
Kleinviehzuchtverbände. Der Bund übernimmt 80% und der
jeweilige Kanton 20% der Abgeltungssumme. Es ist die Pflicht und
liegt im Interesse des Geschädigten, tote Tiere sofort zu
melden, um eine Beurteilung der Todesursache zu ermöglichen.
Denn erfolgt eine Meldung zu spät, kann an einigen vertrockneten
Knochen nichts mehr ausgesagt werden über die Todesursache.
Damit entfällt auch ein allfälliger Abgeltungsanspruch.
Vorgehen nach Kanton
(gemäss Amtsleiter Jagd und Fischerei des jeweiligen Kantons)
Sinnvoll ist es, bei der Beurteilung eines Luchsrisses das entsprechende
Formular zu verwenden
Meldeformulare
für Luchsbeobachtungen und Luchsrisse
Appenzell Ausserrhoden
Willi Moesch
Schadenfälle sind unverzüglich der Jagdverwaltung in
Trogen, Tel. 071 343 66 66 zu melden. Das gerissene Tier muss
unverändert am Schadenort liegen bleiben. Der Direktionssekretär
für Landwirtschaft und Forstwesen sowie der Kantonale Wildhüter
beurteilen als ausgebildete Experten den Schadenfall vor Ort.
Das Schadenformular ist durch die Experten lückenlos auszufüllen.
Der Kanton AR ist bestrebt, allfällige Schäden vollständig
und in Ergänzung zu den Bestimmungen des BUWAL zu entschädigen.
Appenzell Innerrhoden
Alfred Moser
Der Geschädigte meldet den Schaden bei der Polizei, direkt
bei der Jagdverwaltung oder beim Wildhüter. Der Riss soll
unverändert liegen bleiben. Der landwirtschaftliche Vertreter
der Wildschadenkommission sowie der Wildhüter nehmen so schnell
wie möglich einen Augenschein an der Rissstelle mit dem Geschädigten
und bewerten diesen nach den vorhandenen Vorlagen und dem erlernten
Vorgehen am Luchsrisskurs 2001 in Bütschwil. Dem Geschädigten
wird ein Wildschadenmeldeformular ausgehändigt, welches er
wahrheitsgetreu samt der Schadensforderung unterzeichnet und der
Wildschadenkommission zuzustellen hat. Bis zur Schadensgrösse
von Fr. 500.00 entscheiden die zwei Vertreter sofort und über
Fr. 500.00 die Wildschadenkommission an der nächsten Sitzung.
Der Kanton hat die Absicht, die Luchsschäden sofort, unkompliziert
und in Ergänzung zum Bund vollständig zu entschädigen.
St. Gallen
Guido Ackermann
In jedem Fall meldet der Geschädigte einen Schaden sofort
an ein Organ der Wildhut. Die Wildhut versucht, mit dem Geschädigten
eine einvernehmliche Lösung zu finden. In zweifelhaften Fällen
kann die Wildhut einen Experten zuziehen. Steht der Luchs als
Ursache fest, erstellt die Wildhut ein Schadenprotokoll mit der
Abgeltungssumme, wobei sie sich an den offiziellen Einschätztabellen
der Schweizerischen Kleinviehzuchtverbände orientiert. Wird
keine einvernehmliche Lösung erzielt, meldet die Wildhut
den Schadenfall dem Wildschadenschätzer. Der Wildschadenschätzer
erstellt das Schadenprotokoll mit der Abgeltungssumme, wobei auch
er sich an den offiziellen Einschätztabellen der Schweizerischen
Kleinviehzuchtverbände orientieren muss.
Thurgau
Roman Kistler
Der Geschädigte meldet den vermuteten Luchsschaden unverzüglich
einem kantonalen Wildschadenexperten oder der Jagd- und Fischereiverwaltung.
Gleichzeitig orientiert er die lokale Jagdgesellschaft. Das tote
Tier soll unverändert liegen bleiben. Der Wildschadenexperte
nimmt mit dem Geschädigten so schnell wie möglich einen
Augenschein am Fundort vor und untersucht das Tier nach dem vorgegebenen
Protokoll. In zweifelhaften Fällen kontaktiert er einen Spezialisten.
Steht der Luchs als Ursache fest, komplettiert er das Schadenprotokoll
mit der Abgeltungssumme, wobei er sich an den offiziellen Einschätztabellen
der Schweizerischen Kleinviehzuchtverbände orientiert. Der
Geschädigte und die Jagd- und Fischereiverwaltung erhalten
je eine Kopie des Protokolls. Sind sie mit der Schätzung
nicht einverstanden, können sie innert 20 Tagen beim Departement
für Justiz und Sicherheit Einsprache erheben.
Kantonale Wildschadenexperten:
- Roland Werner, Wäldi 071 657 12 08
- Rudolf Weber, Frauenfeld 052 721 27 28
- Pirmin Dähler, Eschenz 079 437 94 21
Jagd- und Fischereiverwaltung, Frauenfeld 052 724 25 39
Zürich
Urs Philipp
Ein vermuteter Luchsriss an Kleinvieh soll durch den Geschädigten
der Kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung gemeldet werden.
Gleichzeitig orientiert er die lokale Jagdgesellschaft. Das tote
Tier soll unverändert liegen bleiben. So schnell wie möglich
nimmt der Wildschadenexperte mit dem Geschädigten am Fundort
einen Augenschein vor und untersucht das Tier nach dem vorgegebenen
Protokoll. In zweifelhaften Fällen kontaktiert er einen Spezialisten.
Steht der Luchs als Ursache fest, komplettiert er das Schadenprotokoll
mit der Abgeltungssumme, wobei er sich an die offiziellen Einschätztabellen
der Schweizerischen Kleinviehzuchtverbände hält. Der
Geschädigte und die Fischerei- und Jagdverwaltung erhalten
je eine Kopie des Protokolls. Wird keine Einigkeit erzielt, kann
der Geschädigte bei der zuständigen kantonalen Instanz
innert vorgegebener Frist Einspruch erheben.
Weitere Auskünfte:
Appenzell Ausserhoden
Willi Moesch
Jagdverwalter
Jagdverwaltung des Kantons Appenzell Ausserrhoden
Rathaus
Postfach
9043 Trogen
Tel.: 071 343 66 02
willi.moesch@kapo.ar.ch
Appenzell Innerrhoden
Alfred Moser
Jagd- und Fischereiverwalter
Jagd- und Fischereiverwaltung
des Kantons Appenzell Innerrhoden
Gaiserstrasse 8
9050 Appenzell
Tel.: 071 788 02 25
alfred.moser@bud.ai.ch
St. Gallen
Guido Ackermann
Leiter des Amtes für Jagd und Fischerei
des Kantons St. Gallen
Davidstrasse 35
9001 St. Gallen
Tel.: 071 229 32 87
guido.ackermann@sg.ch
Thurgau
Herr Roman Kistler
Jagd- und Fischereiverwalter
Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau
Spannerstrasse 29
8510 Frauenfeld
Tel.: +41 (52) 724 25 39
roman.kistler@tg.ch
Zürich
Urs Philipp
Fischerei- und Jagdverwalter
Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich
Jungholzstrasse 6
8090 Zürich
Tel.: 01 315 52 01
urs.philipp@vd.zh.ch
BUWAL
Dr. Reinhard Schnidrig-Petrig
BUWAL
Abteilung Artenmanagement
Sektion Jagd & Wildtiere
CH-3003 Bern
Tel.: 031 323 03 07
reinhard.schnidrig@buwal.admin.ch
LUNO
Dr. Klaus Robin
Projekt Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO2
Projektkoordinator und
Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit
c/o Robin Habitat AG
Rickenstrasse 2
8730 Uznach
Tel.: 055 285 30 50
079 354 23 73
klaus.robin@robin-habitat.ch
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11. Februar 2005 / LUNO
Wie gross ist der Luchsbestand in der Nordostschweiz?

Tiefverschneiter Wald im Tössstockgebiet; 4.2.2005;
Foto: K. Robin
Im Laufe der vergangenen Monate sind ausser jenem von TURO alle
Sender ausgefallen. Dies hat zur Folge, dass über die An-
oder Abwesenheit von Luchsen im Projektgebiet nur wenig bekannt
ist.
Deshalb kommen nun andere Methoden zum Einsatz.
Spurentaxation
Eine der Methoden heisst Spurentaxation. Dabei schreiten Mitarbeiter
des Arbeitsbereichs Luchsmonitoring zuvor ausgewählte Forststrassen
ab und suchen nach Luchsspuren. Voraussetzung ist eine gute Schneelage,
wie sie im Moment herrscht. Geplant ist, in den kommenden zwei
Monaten insgesamt 300 km Forststrassen nach Luchsspuren abzusuchen.
Neben der Frage, ob Luchse an- oder abwesend sind, soll mit der
Spurenanalyse geklärt werden, ob im Jahr 2004 Jungluchse
geboren worden waren, die bis heute überlebt haben.
Fotofalleneinsatz
An günstigen Geländepunkten, an denen Luchse voraussichtlich
vorbeigehen, werden spezielle Kameras gestellt, sogenannte Fotofallen.
Um beide Körperseiten der Luchse fotografisch festzuhalten,
werden an diesen Stellen zwei Geräte montiert. Das eine reagiert
auf Bewegungen, das zweite auf Blitzlicht. Da die linke und die
rechte Körperseite der Luchse ein unterschiedliches Fellmuster
aufweisen, ist es wichtig, beide Körperseiten festzuhalten,
um Verwechslungen auszuschliessen.
Hinzu kommen Fotofalleneinsätze an Luchsrissen.
Fotofallen wurden bereits im Kanton Bern im Winter 2003/2004 mit
Erfolg eingesetzt. In einem Vorlauf ist diese Methode im Raum
Tössstock getestet worden und hat bereits zu neuen Erkenntnissen
geführt. Fotografiert worden ist neben TURO, dessen Sender
noch funktioniert, und einer ganzen Anzahl Füchsen auch der
seit Monaten nicht mehr nachgewiesene NEMO!
Sollten Sie als Waldläuferin oder -läufer Luchsspuren
beobachten oder zufällig einen Luchsriss finden, so melden
Sie diese Beobachtungen bitte mit unserem Meldeformular
an Andreas Ryser.
Luchsbeobachtungen: Qualitäten von Zufallsbeobachtungen
Zufallsbeobachtungen sind Beobachtungen von Luchsen und ihren
Hinterlassenschaften, die nicht im Rahmen der radiotelemetrischen
Überwachung gemacht wurden. Sie werden nach internationalen
Kriterien (Molinari-Jobin et al. 2003. Pan-Alpine Conservation
Strategy for the Lynx. Nature and environment 130, Council of
Europe Publishing) in drei Qualitätsstufen unterteilt.
Q1: "Hard facts" wie tot gefundene Luchse, Beobachtungen
mit fotografischem Beleg, eingefangene (Jung)tiere.
Q2: Von ausgebildeten Personen bestätigte Meldungen wie
Risse (Nutz- und Wildtiere), Spuren und Kotfunde.
Q3: Nicht überprüfte Riss-, Spuren- und Kotfunde und
alle nicht überprüfbaren Hinweise wie Lautäusserungen
und Sichtbeobachtungen.
Nach Vorgabe der Operativen Projektleitung des Projektes LUNO
werden die Beobachtungen der Stufen Q2 und Q3 gesammelt und in
separaten Listen geführt (was bisher schon geschehen ist)
und neu nun auch in die publizierten Karten eingetragen, wobei
die Q2 als Kreis- und die Q3 als Quadratflächen dargestellt
sind.
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14. Januar 2005 / LUNO
Der Luchs: Rückkehr auf leisen Pfoten
Unter diesem Titel ist 2004 eine neue Monografie über den
Luchs erschienen. Die Besprechung des Buches im Ornithologischen
Beobachter (Der Ornithologische Beobachter 2004, 101; Schriftenschau,
348) durch Christian Marti fällt durchzogen aus:
"Trotz der seit nun 30 Jahren laufenden Luchs-Wiederansiedlungen
gab es bisher auf dem deutschsprachigen Büchermarkt erstaunlicherweise
keine modernere Monografie über den Luchs (der Reprint des
«Neuen-Brehm-Buchs» über den Luchs von E. Matjuschkin
aus dem Jahre 1978, 2004 im Westarp-Verlag erschienen, kann diese
Lücke verständlicherweise auch nicht füllen). Es
ist bezeichnend, dass diese heimliche Grosskatze auch in den Märchen
und frühen zoologischen Büchern Mitteleuropas kaum Spuren
hinterlassen hat - ganz anders als etwa Wolf, Bär und Steinadler.
Diesem Mangel haben der Zoologe, Naturfotograf und freie Journalist
Robert Hofrichter und die Journalistin Elke Berger abgeholfen.
...
... Trotz guter Ansätze: «Das Luchsbuch schlechthin»,
wie auf dem Einband behauptet wird, ist das vorgestellte Werk
nicht; eher eine Art Überbrückung, bis später vielleicht
ein ausgereifteres Buch über den Luchs erscheint. "
Der ganze
Rezensionstext kann hier als PDF-Datei (18 KB) heruntergeladen
werden.
Hofrichter, R. & E. Berger (2004): Der Luchs: Rückkehr
auf leisen Pfoten. Stocker, Graz, 160 S., zahlr. farbige Abb.,
sFr. 33.50. ISBN 3-7020-1041-6
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aktualisiert am 11. Februar 2005 / LUNO
NEMOs Sender verstummt; er lebt noch immer im Tössstockgebiet
NEMO, ein Nachkomme von umgesiedelten LUNO-Luchsen, der Mitte
November 2003 besendert werden konnte, ist nicht mehr auffindbar.
Die Signale seines Peilsenders sind im Spätsommer 2004 plötzlich
verstummt. Alle Versuche, ihn wieder zu orten, blieben bisher
ergebnislos. NEMO lebt, wie wir inzwischen aufgrund eines Bildes
einer Fotofalle weiterhin im Tössstockgebiet
10. Dezember 2004 / LUNO
TURO zurück im Aussetzungsgebiet
Mehr als eineinhalb Jahre nach seiner Umsiedlung könnte
der eigenwillige Kuder TURO nun doch noch Anschluss an die neu
gegründete Luchspopulation in der Nordostschweiz finden.
Vor kurzem hat er sein Heimgebiet am Pfannenstiel, das er nun
während rund eines halben Jahres bewohnte, verlassen und
hält sich zur Zeit in der Region Tössstock auf. Genau
dort ist er im März 2003 zusammen mit AIKA und ihrer inzwischen
verstorbenen Tochter AYLA freigelassen worden. Von den Weibchen
im LUNO-Kerngebiet (AURA, NURA und BAYA) trennt TURO nun nur noch
der Rickenpass. Falls er tatsächlich mit ihnen in Kontakt
tritt, könnte dies wegweisend sein für den langfristigen
Erfolg des Wiederansiedlungsprojektes. Denn nach dem Tod von VINO
lebt zur Zeit mit ODIN nur noch ein einziger der umgesiedelten
Kuder im LUNO-Kerngebiet.
Meldeblatt Luchsbeobachtung
Seit nunmehr einem Jahr befindet sich das Projekt LUNO in der
zweiten, weniger intensiv überwachten Phase. Keiner der Luchse
im LUNO-Kerngebiet ist derzeit mit einem intakten Peilsender ausgestattet.
Daher sind zuverlässige und gut dokumentierte Meldungen von
Luchsbeobachtungen für die Projektmitarbeiter äusserst
wertvoll.
Ein Meldeformular, das dem Beobachter oder der Beobachterin hilft,
alle wichtigen Informationen über eine Luchssichtung festzuhalten,
ist diesem Newsletter beigelegt.
Damit Beobachtungen möglichst gut beurteilt und im Idealfall
sogar einem bestimmten Individuum zugeordnet werden können,
sollte das Meldeformular möglichst rasch vollständig
ausgefüllt den für das Luchsmonitoring zuständigen
Mitarbeitern von LUNO-KORA zugestellt werden. Das Formular kann
entweder direkt am Computer ausgefüllt und per Mail an info@kora.ch
gesandt oder ausgedruckt und in einem Couvert an KORA, Thunstrasse
31, 3074 Muri BE geschickt werden. Das Formular kann hier herunter
geladen werden.
(187
kB)
Meldeformular
Luchsbeobachtung
Meldeblatt Rissfunde
Äusserst aufschlussreich für die Raumnutzung und das
Verhalten der umgesiedelten Luchse sind Rissfunde. Diese sollten
deshalb umgehend dem LUNO-KORA-Team gemeldet werden. Dazu ist
das beiliegende Rissmeldeformular entwickelt worden. Es enthält
alle wichtigen Details zum Fund und erleichtert es dem Finder,
Angaben zum Nutzungsgrad der einzelnen Körperteile zu machen.
Ein gefundener Riss ist an der Fundstelle unverändert liegen
zu lassen und sollte nicht unnötig wieder aufgesucht werden.
Das Formular kann hier herunter geladen werden.
(143
kB)
Meldeformular
Rissfund
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9. Dezember 2004 / LUNO
LUNO-Überblick in Jagd & Natur
Die Dezembernummer der Zeitschrift Jagd & Natur widmet dem
Projekt LUNO einen Überblicksartikel. Der fundierte Text
basiert auf dem Synthesebericht über die erste Phase des
Projektes LUNO und vermittelt in äusserst kompakter Form
eine umfassende Übersicht über Zielsetzungen, Projektverlauf
wildbiologische Aspekte und Forschungsresultate von LUNO. Der
Text kann hier als pdf-Datei herunter geladen werden.
(326
kB)
Jagd
& Natur 12/04
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23. Juli 2004 / LUNO
LUNO-Portrait in der Schweizer Familie
Das Medieninteresse an LUNO bleibt ungebrochen. Susanne Rothenbacher
von der Schweizer Familie hat Kuno von Wattenwyl auf einer seiner
Peiltouren begleitet. Ihre Eindrücke hat sie mit Fakten über
LUNO angereichert. Dabei ist ein grosszügig illustriertes,
populär geschriebenes und bei allem sehr informatives LUNO-Portrait
entstanden. Es ist hier als pdf-Datei erhältlich.
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Schweizer
Familie 7/04
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18. Juni 2004 / LUNO
LUNO-Gesamtschau im Schweizer Jäger
2003 ging das Projekt LUNO1 zu Ende, und mit dem Jahreswechsel
hat das Projekt LUNO2 begonnen. In einem Themen-Artikel, der in
der Ausgabe 6/04 der Zeitschrift "Schweizer Jäger"
erschienen ist, wird eine Standortbestimmung vorgenommen und ein
umfassender Überblick über die drei ersten LUNO-Jahre
geboten. Es wird erläutert, welche Ziele das Projekt verfolgt,
welches die Vorgaben waren, welche Fragen zu beantworten waren,
inwieweit Antworten gefunden wurden und wie das Projekt LUNO2
weitergehen soll. Der Artikel kann mit dem unten stehenden Link
als pdf-Datei heruntergeladen werden.
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Schweizer
Jäger 6/04
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23. April 2004 / LUNO
Standortkarte neu vierteljährlich
Seit dem 1. Januar 2004 läuft die zweite Phase des Projektes
LUNO, die mit wesentlich weniger finanziellen Mitteln auskommen
muss. Um den Aufwand zu optimieren, wird deshalb die Standortkarte
auf dieser Seite nicht mehr monatlich, sondern neu vierteljährlich
aktualisiert. Die Peilbeobachtungen der Monate Januar bis März
2004 sind heute aufgeschaltet worden.
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Pressemitteilung vom 15. März 2004
Ein weiterer Luchs tot
(luno) Am vergangenen Montagnachmittag, 8.3. 2004, wurde der
weibliche Luchs AYLA tot aufgefunden. Eine Privatperson, die mit
dem Fahrrad unterwegs war, fand den Tierkörper und benachrichtigte
die Kantonspolizei St. Gallen. Eine Untersuchung an Ort ergab,
dass das Tier im Gemeindegebiet von Rüthi, St. Galler Rheintal,
ca. 20 m neben einer stark frequentierten Strasse, etwa 80 m von
der Ökobrücke Hirschensprung entfernt lag und keine
äusseren Verletzungen aufwies.
Das Tier wurde von einem Mitarbeiter des Projektes LUNO für
die Untersuchung der Todesursache ins Zentrum für Fisch-
und Wildtiermedizin des Tierspitals Bern gebracht.
AYLA ist vermutlich an den Folgen einer Kollision mit einem Auto
zu Tode gekommen. Nach Informatio-nen der für die Sektion
verantwortlichen Tierärztin Marie-Pierre Ryser weist der
Tierkörper ausgedehnte Blutungen im Rückenbereich und
innere Verletzungen auf. Ausserdem wurde durch eine Röntgenuntersuchung
festgestellt, dass AYLA zumindest einmal in ihrem Leben beschossen
worden ist; sie trug unter der Haut ein Schrotkorn mit sich. Aufgrund
des Frischezustandes des Tierkörpers ist AYLA zwischen dem
5. und dem 7. März angefahren worden. Das von der Kollision
betroffene Fahrzeug und die Person, die das Unfallfahrzeug gelenkt
hat, sind bisher nicht bekannt.
AYLA, im Jahr 2002 geboren, war am 27.2.2003 bei Moutier im Berner
Jura gefangen und am 24.3.2003 im St. Galler Teil des Tössstocks
freigesetzt worden. Von dort kommend hat sie den Rickenpass und
das Toggenburg durchquert, um sich Mitte Mai 2003 an der Westflanke
des Rheintales niederzulassen. AYLA wäre dieses Jahr fortpflanzungsfähig
geworden.
Von den neun 2001 und 2003 im Projekt LUNO freigesetzten Luchsen
sind drei nicht mehr in der Nordostschweiz. ROCO verschwand im
ersten Projektjahr. VINO starb im vergangenen Jahr und AYLA ist
nun zu Tode gekommen. Zwei weitere Luchse haben sich ausserhalb
des Kerngebietes niedergelassen. Der Luchs TURO lebt nach wie
vor im Raum Pfannenstiel/Zürich und kann sich an der Fortpflanzung
mit den verbliebenen Weibchen im Kerngebiet Speer-Churfirsten
nicht beteiligen. AIKA besiedelt zur Zeit das nordwestliche Glarnerland.
Genetische Untersuchungen an der Universität Bern haben ergeben,
dass AYLA die Tochter von AIKA ist. Von den drei im Jahr 2003
freigesetzten Juraluchsen hatte sich nur AYLA der Kerngruppe zwischen
Rickenpass und Rheintal angeschlossen und hätte damit die
Chance gehabt, die nordwestalpine Linie mit der Juralinie zu verknüpfen.
Nicht nur in Bezug auf die schmale Basis der Gründerpopulation,
insbe-sondere in genetischer Hinsicht ist der Verlust von AYLA
deshalb schwerwiegend.
Im Projekt LUNO sind bisher drei Geburten bekannt geworden (2002:
BAYA, zwei Junge; 2003: BAYA, zwei Junge; NURA, ein Junges). In
beiden Jahren hat mindestens je ein Jungtier den ersten Winter
überlebt.
Im November des vergangenen Jahres wurde im Raum Walenstadt ein
männliches Jungtier des Jahres 2002 eingefangen und besendert.
Dieses Tier, NEMO, lebt seit Dezember im Raum Tössstock in
den Kantonen Zürich und St. Gallen. Die verwandtschaftlichen
Beziehungen von NEMO werden zur Zeit abgeklärt. Von einem
im April 2003 im Gebiet Werdenberg fotografierten unbesenderten
Luchs ist die Herkunft nicht bekannt. Es könnte sich um ein
Jungtier aus der neu gegründeten Population handeln.
Aktuell wird angenommen, dass von den neun angesiedelten und den
fünf bereits in der Nordostschweiz geborenen Luchsen noch
acht bis neun Tiere leben. Davon dürften sich vier erwachsene
(ein männliches und drei weibliche Tiere) und ein bis zwei
Jungtiere im Kerngebiet zwischen Ricken und Rheintal aufhalten.
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17. Februar 2004 / LUNO
Abschlussbericht über die erste Projektphase von LUNO in
Arbeit
(luno) Der Abschlussbericht über die erste Projektphase
von LUNO befindet sich zur Zeit in Arbeit. Er soll auf ca. 40
bis 50 Seiten die wichtigsten Erkenntnisse und Erfahrungen aus
dem Projekt zusammenfassen. Dieser Bericht wird nach Vorliegen
auf der LUNO-Homepage verfügbar sein.
In der Nummer 1/2004 des Schweizerischen Wildtierbiologischen
Informationsblattes ch-Wildinfo hat die LUNO-Projektkoordination
bereits eine kurze Synthese über die ersten drei Projektjahre
veröffentlicht. Der Artikel kann hier
im PDF-Format heruntergeladen werden (477 kB).
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Pressemitteilung vom 18. November 2003
Ein neuer Luchs am Sender
(luno) In der Nacht vom 16. auf den 17. November ist südlich
der Churfirstenkette im Kanton St. Gallen ein männlicher
Luchs eingefangen und mit einem Senderhalsband ausgerüstet
worden. Der Fang erfolgte an einem gerissenen Reh, von dem die
Mitarbeitern des Projektes Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO
durch eine Privatperson erfahren hatten. Um 23.30 Uhr tauchte
der nicht sendermarkierte Luchs auf, der mit einer fliegenden
Spritze aus der Narkosepistole betäubt wurde. Es handelt
sich bei diesem Tier um einen männlichen Luchs im Alter von
ca. 18 Monaten. Das im Raum Alvier lebende Weibchen Baya hatte
letztes Jahr zwei Junge zur Welt gebracht und mindestens eines
davon aufgezogen. Ob es sich bei dem neu besenderten Tier um eines
dieser beiden Jungen handelt, werden nun genetische Analysen zeigen,
deren Ergebnisse gegen Ende Jahr vorliegen sollen.
Nach Auswertung der Fotodokumente hält der Leiter des Moduls
Luchsmonitoring, der Wildtierbiologe Andreas Ryser, fest, dass
dieses subadulte Männchen nicht identisch ist mit einem Luchs,
der im vergangenen Frühling im Bezirk Werdenberg von einem
Tierfotografen aus der Region dokumentiert worden war.
Der Sachverhalt, dass im Raum zwischen Rickenpass, Sargans und
Rheintal nun ein weiteres Männchen unterwegs ist, entschärft
die prekäre Situation auf der Männchenseite. Nachdem
Roco bereits 2001 verschwunden und Vino dieses Jahr gestorben
war und Turo sich nach wie vor im Raum Zürich aufhält,
war Odin das letzte angesiedelte männliche Tier in der noch
kleinen Population zwischen Speerkette und Alvier. Vermutlich
wird sich das jetzt gefangene und besenderte junge Männchen,
Nemo, in der kommenden Ranzzeit von Januar bis April 2004 aber
noch nicht fortpflanzen.
Nach wie vor besteht Hoffnung, dass Turo - der Stadtluchs
den Weg nach Osten finden und seine Gene in den Bestand einbringen
wird. Dass dies nicht ausgeschlossen ist, zeigt das Verhalten
des Weibchens Aika, das sich während Monaten in der Albiskette
festgesetzt hatte und nun seit einigen Tagen nach Osten wandert.
Im Zusammenhang mit nicht besenderten Luchsen im Projektgebiet
wurde das Projektteam immer wieder mit der Frage konfrontiert,
ob im Rahmen des Projektes LUNO in der Nordostschweiz zusätzliche,
unbesenderte, Luchse freigesetzt worden seien. Die Projektleitung
von LUNO hält fest, dass ausschliesslich die 9 bekannten
Tiere (2001: Aura, Baya, Nura, Odin, Roco, Vino; 2003: Aika, Ayla,
Turo) umgesiedelt worden sind.
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Pressemitteilung vom 13. November 2003
Das Projekt Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO wird in reduziertem
Umfang fortgesetzt.
(luno) In Weinfelden/TG tagte gestern der Strategische Lenkungsausschuss
des Projektes Luchsumsiedlung Nordostschweiz LUNO, dem die für
die Jagd zuständigen Regierungsräte der beteiligten
Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen,
Thurgau und Zürich sowie der Direktor des Bundesamtes für
Umwelt, Wald und Landschaft angehören. Der Ausschuss nahm
vom Bericht über den bisherigen Verlauf des Projektes und
seiner Kommunikation in zustimmendem Sinn Kenntnis.
Eine Mehrheit des Ausschusses hat beschlossen, das Projekt LUNO
in modifizierter und finanziell wesentlich reduzierter Form für
eine beschränkte Zeitdauer weiterzuführen. Die entsprechenden
Vertragsverhandlungen zwischen dem Bund und den Kantonen sollen
noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Zu den Details folgen
weitere Informationen nach Abschluss des Folgevertrags.
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(Details...)
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