|
Leserbrief von Urs Roth,
CVP Kantonsrat, Amden (LZ, 5.2.03, S. 7)
|
Leserbrief von Erwin Tremp-Richterich auf den sich Urs
Roth bezieht. (LZ, 1.2.03, S. 5)
|
Information Man muss nur zuhören...
Im Leserbrief vom Samstag stellt Erwin Tremp-Richterich Fragen,
die die Kosten des Luchs-Projekts betreffen. Er schreibt, er hätte
noch nirgends etwas über die Höhe der Projektkosten
erfahren. Da bin ich einigermassen erstaunt. An der Podiumsdiskussion
vom 20. November in Amden, die ich moderierte, hat er die gleichen
Fragen gestellt. Und Projektleiter Klaus Robin hat ihm und allen
anderen, die zugehört haben, umfassend Antwort er teilt:
Es stehen dafür 500 000 Franken pro Jahr zur Verfügung.
In diesem Betrag ist der von Erwin Tremp erwähnte Aufwand
enthalten, wie die Löhne für die Peiler (es gibt nicht
«mehrere» vollamtliche, sondern nur einen), deren
Mietwohnung und die Projektleitung. Dass das Buwal und die kantonalen
Jagdverwaltungen in das Projekt involviert sind, ist wohl selbstverständlich.
Es ist kaum anzunehmen dass dort zum Beispiel Stellen abg baut
werden könnten, wenn es d Luchs-Projekt nicht gäbe.
Wie es in der heutigen Zeit so üblich und auch populär
ist, wird die ganze Sache ausschliesslich an den Stiuern aufgehängt.
Auch ich zahle nicht besonders gern Steuern. Ich lebe aber gern
in unserem wunderschönen Land und bin bereit, für die
Erhaltung dieser Schönheit, zu der auch die intakte Natur
gehört, etwas aufzuwenden. Bei Reisen in die USA war ich
überwältigt von der Natur, wie sie dort anzutreffen
ist. Wenn man aber genauer hinschaut, stellt man fest, dass sich
dort diese überwältigende Schönheit praktisch auf
die Nationalparks beschränkt und ausserhalb davon nicht mehr
viel zu sehen ist. Ich fände es schade, wenn man wie in den
USA auch bei uns solche Parks einrichten müsste, um einen
Teil der Natur zu erhalten. Ich bin froh, dass solche Eingriffe
bei uns nicht so einfach und schnell möglich sind, und wünsche
mir, dass wir in unserem Land die Vielfalt bei Pflanzen und Tieren
erhalten können. Und Bestandteil dieser Vielfalt kann durchaus
auch der Luchs sein. Ich akzeptiere es, wenn jemand gegen den
Luchs ist. Nicht ganz fair finde ich es, wenn man mit Unwahrheiten
daher kommt, Emotionen und Hass schürt oder den Eindruck
erweckt, in Bezug auf die Kosten wür nicht mit offenen Karten
gespielt.
Urs Roth, Kantonsrat CVP Amden
|
Luchsprojekt - und was ist mit den Kosten?
Zum Artikel «Keine Veranlassung, auf Abbruch hinzuwirken»
in der "LZ" vom 31. Januar.
Da wird hüben und drüben über das Luchsumsiedlungs-Projekt
geschrieben. Aber von den Kosten der ganzen Aktion schreibt niemand.
Eine seriöse Projektkosten-Aufstellung habe ich noch in keinen
Luchs-Informationen gefunden. Wo bleiben da die Recherchen der
Journalisten? Löhne für mehrere vollamtliche Peiler
und Luchsprojekt-Beauftragte, Peiler-Mietwohnung, verdeckte Leistungen
der fünf Kantone und des Buwal mit Angestellten der Jagdverwaltungen,
Geräte- und Laborkosten und Jagdpacht-Einbussen des Kantons
St. Gallen - und diese Kosten mal drei für das vorerst drei
Jahre dauernde Projekt. Dies alles, wo man weiss, dass die Luchse
(wie Wildschweine) Riesengebiete (auch über Hindernisse wie
Autobahnen) durchstreifen. Ich denke, die Luchse würden sich
auch ohne kostspielige Umsiedlungsprojekte von der Westschweiz
in die Ost-Schweiz ausbreiten, sofern eine Akzeptanz des Luchses
erreicht wird. Aber die extremen Luchsfreunde wollen die Luchse
jetzt hier, sie wollen nicht warten und der Natur den Lauf lassen.
Sie lassen sich sogar ihr Hobby von der Öffentlichkeit finanzieren.
Und genau das schadet der Luchs-Akzeptanz. Ich denke, dass kaum
ein Gross- oder Regierungsrat weiss, was das ganze Projekt kostet.
Wenn ich Geld ausgebe, dann will ich vorerst den Preis und das
Kosten-Nutzen-Verhältnis kennen. Es ist offenbar der Zeitgeist,
dass man auch für nicht notwendige Projekte Geld ausgibt
und über 14 000 Bittgesuche nicht ernst nimmt. Das Jammern
kommt erst, wenn ein Riesenloch in der Kasse festgestellt wird
und Steuererhöhungen anstehen. Diesen Zeitgeist kann man
im gesamten öffentlichen Bereich feststellen. Das aktuellste
Beispiel ist unsere Bundeskasse. - Da trauert der Laie.
Erwin Tremp-Richterich, Urteilen 24, Schänis
|