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Archiv Presseschau 2002(Die Südostschweiz, 17. April 2002) "Reguläre Jagd weiterhin möglich"Im kommenden Herbst sollen zwei bis drei weitere Luchse ausgesetzt werdenDie Luchse, welche im Zusammenhang mit dem Luno-Projekt ausgesetzt wurden, könnten sich gepaart haben. Ob es bald Junge gibt, steht aber noch nicht fest. Während weiterhin Unterschriften gegen den Luchs gesammelt werden, äussert sich Klaus Robin, Luno-Projektkoordinator, zur gestarteten Petition. Von Dominic Duss Von Luchs Roco fehlt weiterhin jede Spur, und auch die Sender der beiden
Luchs-Weibchen Nura und Baya haben ausgesetzt. "Aber wir wissen,
dass Kuder Vino mit Aura ein rund zehntägiges Rendez-vous hatte",
so Klaus Robin, Projektkoordinator des Luno-Projekts, gegenüber
der "Südostschweiz". Danach sei Vino aus dem Speergebiet
Richtung Osten gewandert und habe dort Baya getroffen. "Dies konnte
anhand von Spuren festgestellt werden", sagt Robin. Ob Vino bei
seiner Wanderung durch das Gebiet von Nura dieser auch begegnet sei,
könne nicht gesagt werden. "Die Möglichkeit ist aber
vorhanden", so Robin. Daher sei anzunehmen, dass die Luchsweibchen
in den nächsten Monaten Junge bekämen. Vier der sechs ausgesetzten
Luchse - Nura, Aura, Odin und Vino - leben weiterhin im Speergebiet,
wenn auch nicht alle permanent. Projekt als Ganzes sehenIm Gegensatz zu den anderen beteiligten Kantonen - Zürich, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden - war die Frage der Luchsansiedlung im St. Galler Parlament Gegenstand einer Interpelation. Die Antwort der Regierung ist dann im November 2000 von einer deutlichen Mehrheit angenommen worden. "Ich merke jedoch, dass es für viele Leute schwierig ist, das Projekt als Ganzes mit seinen regionalen, nationalen und internationalen Dimensionen zu sehen", sagt Robin. Der Luchs ist in der Schweiz und im Alpenraum auch nach 30 Jahren noch immer eine bedrohte Art. Für ihr langfristiges Überleben ist es deshalb erforderlich, die verschiedenen Teilpopulationen zwischen Slowenien und Frankreich miteinander zu verknüpfen. Projekt kostet jährlich 0,5 Mio.Klaus Robin möchte nicht auf die einzelnen Zitate der Initianten
der gestarteten "Stopp Luchs-Versuchsprojekt"-Petition eingehen.
"In der Schweiz herrscht Meinungsfreiheit und diese soll auch gelebt
werden; daher ist die Petition legitim ", so Robin. Trotzdem seien
einige wichtige Punkte im Zusammenhang mit dem Luno-Projekt zu beachten.
"Dass das Projekt im letzten Jahr rund drei Millionen Franken gekostet
hat, stimmt nicht", dementiert Robin. Wahrscheinlich seien die
Kosten aller Raubtierprojekte der Schweiz zusammengezählt worden.
"Das Luno-Projekt hat ein Budget von insgesamt 1,5 Millionen Franken
für die ersten drei Jahre", hält der Biologe fest. "Luchs reisst nicht wahllos"Über Millionen von Jahren hinweg habe sich der Luchs gemeinsam
mit dem Reh weiterentwickelt. "Es ist daher nicht so, dass der
Luchs wahllos seine Beute reisst", betont Robin. Der Luchs sei
eine hochentwickelte Katze und Petition noch bis Ende Mai"Seit rund 31 Jahren leben wieder Luchse in der Schweiz."
Diese verhalten sich laut Robin normal. "Ausser dem Verschwinden
von Roco und den Senderdefekten bei Nura und Baya läuft auch beim
Luno-Projekt alles nach Plan", so Robin. Die geplanten Arbeiten
seien weitgehend erledigt worden. Dies habe auch der Strategische Lenkungsausschuss
wahrgenommen und anerkannt. Beliebt ist die Internetseite www.luno.ch;
im vergangenen März konnten rund 2500 Zugriffe verzeichnet werden.
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(CIPRA, alpMedia News 04/02) Petition gegen Luchsprojekt in der SchweizFünf Kantone der Nordostschweiz und das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL haben im Dezember 2000 den Startschuss zum "Projekt LUNO" (Luchsumsiedlung Nordostschweiz) gegeben. Das Ziel des Projektes ist es, in der Nordostschweiz die Voraussetzungen für einen den Verhältnissen angepassten und überlebensfähigen Luchsbestand zu schaffen. Die Basis dafür bilden Umsiedlungen von Luchsen aus dem Nordwestteil der Schweizer Alpen in die Nordostschweiz (Gebiete Tössstock, ZH und Toggenburg, SG). Bisher wurde auch international kein vergleichbares Projekt durchgeführt. In der Schweiz kommen heute die einzigen zusammenhängenden Luchsbestände im Alpenraum vor. Mit der Luchsumsiedlung in die Nordostschweiz wird aktiv zum Artenschutz beigetragen. Die Luchsbestände sollen in der ganzen Schweiz langfristig gesichert und dauerhaft überwacht werden. Die Akzeptanz für den Beutegreifer Luchs soll in der ganzen Bevölkerung gefördert werden. Der Luchs wird wieder in seinem ursprünglichen Lebensraum angesiedelt, denn er spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem, besonders auch als Selektionsfaktor für die langfristige Entwicklung der einheimischen wildlebenden Huftiere. Die ausgesetzten Luchse haben bis anhin noch keine Haustiere gerissen. Nun hat sich aus den Reihen der Schweizerischen Volkspartei SVP ein Komitee "Stopp Luchs-Versuchsprojekt" gebildet. Solche Projekte sollten gemäss dem Komitee nicht aus staatlichen Geldern finanziert werden. Die Luchse seien eine Belastung für die Landwirtschaft und auch für den Wald, denn aufgescheuchte Rehe würden grössere Verbissschäden an den Bäumen verursachen. Ausserdem habe die Waldfläche in letzter Zeit vermehrt auf Kosten der Kulturlandschaft zugenommen. Mit einer Petition fordert das Komitee nun, dass das Projekt LUNO, welches Ende 2003 auslaufen würde, nicht verlängert werde. Die für den kommenden Winter vorgesehenen weiteren Freisetzungen von Luchsen sollen nicht stattfinden. Mit dabei beim Widerstand gegen die Luchse ist auch Landwirt und Nationalrat Toni Brunner, Präsident des unlängst gegründeten Komitees "Freiheit statt Reservat", welches die Ratifizierung der Alpenkonventionsprotokolle durch die Schweiz bekämpft. [ Seitenanfang ]
(Linth Zeitung, 21. Februar 2002) Nichts zu hören von Baya und NuraRegion/Uznach: Nordostschweizer Wiederansiedlungsprojekt Luno – auch die Signale von Nura und Baya sind verstummt Von den sechs letzten Frühling am Tössstock und im Toggenburg ausgesetzten Luchsen sind nur noch drei über ihre Halsband-Sender lokalisierbar. Luchs Roco gilt schon länger als verschollen. Seit einiger Zeit gibt es auch keine Signale mehr von Nura und Baya. Baya konnte letzte Woche mittels Standkamera gefilmt werden. Auch bei Nura gibt es starke Hinweise, dass sie noch am Leben ist. Thomas Marth Der Sender von Baya ist vor rund zwei Monaten verstummt, jener von
Nura vor gut einem Monat. Die zwei Luchsweibchen wurden letzten Frühling
mit vier weiteren Tieren im Rahmen der Projektes Luno ausgesetzt. Die
Wiederansiedlung des Luchses in der Nordostschweiz ist als dreijähriger
Versuch angelegt und wird wissenschaftlich begleitet. So wurden
alle Tiere mit Sendern ausgestattet. «Funktionierendes Sozialsystem» Narkoseschuss misslang Schmale genetische Basis Nervosität und Wanderungen Region: Paarungszeit bei den Luchsen Momentan findet die Paarungszeit der Luchse statt beziehungsweise, so der Fachbegriff: die Ranz. Dies könnte einer der Gründe sein, warum es letzte Woche nicht gelungen ist, Baya einzufangen und ihr einen neuen Sender umzulegen. Die Tiere können in dieser Zeit sehr nervös sein. Die Paarungszeit äussert sich im Weiteren in grossen Wanderungen, welche jetzt bei den Männchen innerhalb ihrer Reviere zu beobachten sind. Die Reviere der Männchen überschneiden sich gegenseitig nur am Rand und sind grösser als jene der Weibchen, die untereinander ebenfalls Distanz halten. Die Territorien der Weibchen liegen jeweils zur Gänze innerhalb von Männchenrevieren. Bald Nachwuchs? Die Tragzeit beläuft sich bei Luchsen auf rund 70 Tage. Sollte sich bei den Ostschweizer Luchsen Nachwuchs einstellen, so wäre dies etwa im Mai oder Juni der Fall. (tma)
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